Alterssitz für Legehennen: „Tiere sollen leben können“. Für Eierproduktion zu alte Marillengarten-Hühner fanden neue Besitzer.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 14. Dezember 2017 (05:00)
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Wolfgang Hackl verschenkte 250 seiner Marillengarten-Legehennen zu Weihnachten und sorgte dafür, dass sie als glückliche Legehennen alt werden können.

2017 wird ein gutes Weihnachtsfest für 250 Hennen: Denn für sie suchte die Aktion „Rette (d)ein Huhn“ einen Alterspflegeplatz.

Und die Freilandhühner aus Wolfgang Hackls Marillengarten fanden reges Interesse, die 250 Hennen waren im Nu vergeben: „Ihr könnt euch aber schon für die nächste Ausstallung Ostern 2018 anmelden – da suchen wieder Hennen aus der Eierindustrie einen Lebensplatz statt des Todes“, kündigt „Rette (d)ein Huhn“ an.

Warum macht der Atzelsdorfer Landwirt bei der Aktion mit? „Ich habe einen Kooperationspartner gesucht, damit meine Hennen weiterleben können“, sagt er im NÖN-Interview.

Neben seinen Marillenanbauflächen hält Hackl seit einigen Jahren auch Legehennen und vertreibt die Eier als Eier von Freilaufhühnern aus dem Marillengarten. Mittlerweile hat Hackl 1.200 Hennen.

Eischale wird immer dünner

Das Problem dabei: Als Legehenne wird man ab einem Alter von zwei Jahren unwirtschaftlich. Nicht, weil die Legeleistung sinkt, die liegt dann bei 50 Prozent. „Das ist aber nicht das Problem“, sagt Landwirt Wolfgang Hackl: „Das Problem ist, dass die Eischale mit dem Alter immer dünner wird und damit die Transportfähigkeit der Eier sinkt. Dünnere Schale bedeutet mehr zerbrochene Eier.“

Was passiert mit Hennen im Pensionsalter? Sie werden getötet und in der Regel der Tierkörperverwertung zugeführt. Hackel möchte das nicht machen: „Das ist nicht mein Zugang.“

Also suchte er einen Partner, der einen Alterssitz für die Tiere organisiert.

Findet er Partner, hätte Hackl auch eine gastronomische Weiternutzung der alten Legehennen im Sinn: als Zutat für kräftige Hendlsuppen und Paprikahendl. „Für beides braucht man ältere Tiere, damit sie nach was schmecken. Ich würde gerne das Weinviertler Paprikahendl auf den Speisekarten der Weinviertler Wirtshausküchen platziert sehen“, sagt Hendlbauer Hackl.