Saisonende für die Mistelbach Mustangs. Wie befürchtet ist die Mistelbacher Saison nach dem zweiten Viertelfinalspiel aus. Trotzdem feierte am Ende nicht nur Gegner Güssing/Jennersdorf.

Von David Aichinger. Erstellt am 01. März 2020 (10:15)

Dass die Personalsorgen der Mustangs im zweiten Spiel der Viertelfinalserie gegen Güssing/Jennersdorf groß sein würden, war klar. Michal Semerad sorgte mit seinem kurzfristigen Ausfall dafür, dass sie noch größer wurden. Zumindest war der Grund diesmal aber ein erfreulicher: der Mistelbach-Guard musste just am Spieltag mit seiner besseren Hälfte ins Spital – der Nachwuchs wollte nicht mehr länger warten …

Damit begannen in Mistelbach mit Kolonovics, Alper und Girschik drei junge Spieler neben den verbliebenen tschechischen Routiniers Jedovnicky und Prachar. Letzterer sicherte sich auch den Sprungball, konnte dann mit seinen Kollegen allerdings nicht verhindern, dass Güssing/Jennersdorf früh zu einer Serie an Treffern kam. So stand es relativ bald 3:17 und kurz darauf 6:22, was für Lautstärke im Fanlager der Gäste, aber für enttäuschte Gesichter bei den Mustangs sorgte. Die kamen dann allerdings langsam in Tritt, arbeiteten sich hinein, trafen fünfmal per Dreier und waren nun zumindest im Spiel.

So richtig Hoffnung, dem Gegner wirklich nahe zu kommen, kam aber trotzdem nicht auf. Zu groß war der Druck der Güssing/Jennersdorfer, zu niedrig die Mistelbacher Trefferquote. Zu Abschlüssen kam der Gastgeber nämlich regelmäßig, im Korb landete der Ball aber selten. Der Gegner traf indes fleißig weiter.

Symptomatisch die letzte Szene vor dem Seitenwechsel: Julian Alper rettete den Ball auf der eigenen Grundlinie im Sprung vor dem Aus, um ihn ungewollt Sebastian Koch in die Arme zu werfen. Der stand direkt unter dem Korb und musste nur noch Danke sagen. Während auf der Gegenseite Jedovnicky trotz zweier Nachwürfe direkt unter dem Ziel daran scheiterte, den 25:47-Rückstand für die Pause noch ein wenig zu verschönern.

Höhnischer Applaus von Jedovnicky

Jedovnicky war dann auch Hauptdarsteller im dritten Viertel. Der 24-Jährige, wegen diverser Schiedsrichterentscheidungen schon sichtbar emotional aufgeladen, bekam sein fünftes Foul gepfiffen, und für den höhnischen Applaus in Richtung der Unparteiischen noch ein technisches Foul hinterher. Weil es dann gleich noch ein zweites Technisches gegen die Mustangs-Bank gab, ging Sebastian Koch viermal an die Freiwurflinie – und versenkte alle vier Versuche zum 60:35 aus Sicht der Gäste.

Emotionaler Prachar-Abschied

Die Partie und der Sieg in der Viertelfinalserie war damit längst erledigt, im Grunde wartete alles nur noch auf die Schlusssirene, und die 60 Sekunden davor. Die bedeuteten für Center Ivo Prachar nämlich die letzte Minute im Mustangs-Trikot. Der Tscheche kam 2011 mit 28 Jahren aus seiner Heimat zur damaligen UKJ Mistelbach, für die er ebenso ein Herzstück werden sollte wie später für die Mustangs. Der Abschied fiel Prachar sichtbar schwer, genauso aber auch dem Publikum. Die gesamte Halle feierte den Routinier mit Standing Ovations und „Ivo, Ivo“-Sprechchören. Augenblicke, die Prachar nach Worten ringen ließen: „Das war ein spezieller Moment in meiner Karriere. Es war wirklich toll. Ein großes Dankeschön an das gesamte Publikum und alle Mitarbeiter des Vereins, speziell an den Trainer. Es war eine Ehre für mich, hier zu spielen.“

Ein umfangreiches Interview mit Ivo Prachar sowie Stimmen zum Saisonaus der Mustangs findet ihr ab Mittwoch in eurer neuen Mistelbacher NÖN.

Statistik

MISTELBACH MUSTANGS - GÜSSING/JENNERSDORF BLACKBIRDS 61:86 (17:29, 25:47, 44:71).

Mistelbach: Girschik (11 Punkte), König (9), Alper (8), Nakic (8), Schuecker (6), Sacher (6), Kolonovics (5), Jedovnicky (4), Prachar (4).

Güssing/Jennersdorf: Sebastian Koch (27), Astl (19), Bernhard Koch (14), Ernst (10), Linzer (7), Hajszan (3), Ratkai (3), Horvath (3), Ulreich, Gerbavsits, Ujvary.

Endstand in der Best-of-Three-Serie: 0:2.