Nordbahn: Pendler sprechen mit VOR. Lange Fahrzeiten und ausgefallene Züge: Pendler wollen schnelle und sichere Verbindung nach Wien.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 23. Oktober 2019 (04:35)
VOR-Sprecherin Christina Bachmaier zollte den Vertretern der Pendler-Initiative-Nordbahn Respekt für ihren Einsatz und für das konstruktiveGespräch. Im Bild mit Karl Klug und Elvira Führer.
zVg

Die Bahn-Verbindung der Nordbahn zwischen Wien und Bernhardsthal fällt in letzter Zeit durch überdurchschnittlich schlechte Beurteilung in Fragen der Kundenzufriedenheit auf. Durch die Initiative von Elvira Führer (Bernhardsthal) bildete sich eine über viele Orte reichende Bürgerinitiative zur Verbesserung der Verkehrsverbindung, die in kurzer Zeit mehr als 2.300 Unterschriften erreichte.

Anfang Oktober war Elvira Führer, in Begleitung ihres Mitorganisators Karl Klug (Hausbrunn), von den Fahrplanexperten des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR) eingeladen.

Was die Pendler stört: Die Regionalzüge an der Nordbahn sind für einen großen Teil der Pendler nicht konkurrenzfähig gegenüber der neu gebauten Nordautobahn. Es ist keine Seltenheit, dass Pendler der nördlichen Region vier Stunden am täglichen Arbeitsweg nach Wien verbringen, wenn sie die Bahn benutzen. Notgedrungen weichen viele auf das Auto aus.

„Wir brauchen ein modernes, zeitgemäßes Verkehrskonzept, das den Pendlern eine möglichst schnelle Verbindung bietet.“ Pendlerinitiative

Als weitere Alternative bleibt vielen nur die Abwanderung in die Stadt. Am Schlimmsten betroffen sind die Gemeinden, die nicht direkt an der Bahnlinie liegen, und oft noch zusätzlich 20 bis 25 Minuten zum nächsten Bahnhof zufahren müssen. Je weiter nördlich, desto unerträglicher wird die Lage der Menschen.

Das fordert die Pendlerinitiative daher: „Wir brauchen ein modernes, zeitgemäßes Verkehrskonzept, das den Pendlern entlang der Bahnlinie von Bernhardsthal bis Wien eine möglichst schnelle Verbindung bietet: Die Interessen der vielen Orte, die nicht direkt an der Bahnlinie liegen, sollten dabei gleichwertig berücksichtigt werden.“ Das bedeute unter anderem, dass die Pendler für die Wiedereinführung des bis vor zehn Jahren bewährten Konzeptes der Regionalexpresszüge eintreten. Dabei gehe es für die Hauptverkehrszeiten morgens und abends um einen Mix – einerseits aus schnellen Zügen, die nur in den Hauptorten mit großem Einzugsbereich halten, andererseits aus Zügen, die alle Haltestellen bedienen.

Aktuell kann die Fahrt nur durch Einsparung einzelner Halte beschleunigt werden. Das bringt nur wenige Minuten. Langfristig besteht durch Investitionen in die Erhöhung der Streckenhöchstgeschwindigkeit und den Einsatz neuer Zug-Garnituren die Hoffnung, dass nicht nur die internationalen Schnellzüge schneller werden, sondern auch die Pendler etwas davon haben werden.

Paul Liebhart, Fachbereichsleiter der Bahnplanung beim VOR sagte zu, dass er und sein Team daran arbeiten, ein vorzeitiges Wenden der Züge bei Verspätungen künftig zu vermeiden. Das liegt leider nicht im direkten Einflussbereich der VOR-Bahnplanung.

Das hat bisher speziell Fahrgäste aus Bernhardsthal und Rabensburg vor große Probleme gestellt, wenn ihr Zug unangekündigt bereits in Hohenau endete.

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