Ab sofort kein Öl für Neubauten. Seit 1. Jänner dürfen Öl-Heizungen nicht mehr eingebaut werden. Die NÖN zeigt, wer im Bezirk profitiert und wer verliert.

Von Stefanie Markon. Erstellt am 09. Januar 2019 (04:00)
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Niederösterreich ist das erste Bundesland, in dem es in Neubauten keine Öl-Heizungen mehr geben wird. Dennoch: Jeder sechste Haushalt heizt immer noch mit Öl. Um ihnen den Umstieg zu erleichtern, gibt es einen Bonus. Bis zu 5.000 Euro erhält, wer von Öl auf ein alternatives Heizsystem umsteigt. Neben ökologischen gibt es auch ökonomische Gründe für den Umstieg: Jahr für Jahr zahlen wir mehr als zwei Milliarden Euro netto für den Import von Öl, Kohle und Gas, dabei wäre der Wechsel gar nicht so schwer:

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„Es gibt genügend Alternativen, es ist eben eine Frage der Kosten sowie des Isolierungszustandes des Hauses“, so Johann Pech, Chef eines Installateurbetriebs und Bundesinnungsmeister-Stellvertreter der Heizungstechniker: „Für jene Personen, die sich nun entscheiden, dass sie nicht mehr mit Heizöl ihre Häuser wärmen möchten, empfiehlt sich eine Sanierung ihrer Heizung. Bei Häusern, welche älter und dementsprechend schlechter isoliert sind, muss man Heizungssysteme installieren, welche höhere Temperaturen erzeugen können - dabei empfiehlt sich das Heizen mittels Pellets oder Holz mit einem Pufferspeicher“, sagt Pech. Heizen mit Holz sei nicht so beliebt, da es viel Arbeit macht. Bei gut isolierten Häusern könne man mit Wärmepumpen heizen. Gas geht ebenfalls immer, sofern ein Anschluss vorhanden ist. „Grundsätzlich ist bei den Leuten, die jetzt neu bauen, das Heizen mit Öl sowieso schon ausgestorben“, weiß Pech.

„Das Heizen mit Öl wird sowieso immer weniger. Viele Leute suchen Alternativen wie beispielsweise Pellets." Filialleiter des Lagerhauses Mistelbach Johannes Ullisch

Der Filialleiter des Lagerhauses Mistelbach Johannes Ullisch findet das Verbot weniger drastisch: „Das Heizen mit Öl wird sowieso immer weniger. Viele Leute suchen Alternativen wie beispielsweise Pellets. Es wird sich für uns als Heizölverkäufer nicht all zu viel ändern. Diejenigen, die jetzt noch mit Öl heizen, werden das auch weiterhin können. Sofern der Ofen in Ordnung ist. Leute, die jetzt bauen, heizen sowieso nicht mit Öl.“

Christian Muck, Obmann der Fernwärme Wultendorf, sieht das genauso: „Von den 170 Haushalten in Wultendorf sind 130 an die Fernwärme angeschlossen. Alle, die neu bauen, haben ebenfalls die Möglichkeit, ans Netz angeschlossen zu werden, wobei jedem natürlich selbst die Entscheidung freisteht.“ Das neue Siedlungsgebiet in Wultendorf nutze jedoch zu 98 Prozent die Fernwärme. „Wir hatten auch Leute, welche die Ölheizung eliminiert haben, und zu uns gewechselt sind. Der Kessel ist so weit vorgerichtet, dass wir problemlos alle Haushalte in Wultendorf versorgen könnten. Es müsste lediglich das Netz verdichtet werden, wobei dieses sowieso stetig ausgebaut wird“, sagt Muck.

Die EVN orientiert sich ebenfalls an umweltfreundlicheren Ressourcen, um die Haushalte mit Wärme zu versorgen. „Wir versorgen in Mistelbach aktuell knapp 900 Kunden mit Naturwärme aus unserem Naturwärmenetz“, gibt Stefan Zach bekannt.

EVN investiert in nachhaltigen Wärmeversorgung

Die EVN investiere seit Jahren stark in den Ausbau der nachhaltigen Wärmeversorgung. „Das tun wir einerseits, weil wir unseren Beitrag zum nachhaltigen Umbau unseres Energiesystems leisten wollen. Andererseits auch, weil das von unseren Kunden in immer stärkerem Ausmaß gefordert wird.“ Die EVN rechne damit, dass diese Nachfrage in den nächsten Monaten und Jahren anhalten wird und richte ihre Investitionen und Strategien danach aus.

„Bereits in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass Ölheizungen im Neubau keine Alternative zu den energieeffizienten und nachhaltigen Heizsystemen der Zukunft darstellen. Mit dem Verbot von Ölheizungen im Neubau hat der niederösterreichische Landtag nun ein Zeichen dafür gesetzt, dass diese Heizungen endgültig der Vergangenheit angehören. Die Zukunft gehört eindeutig nachhaltigen Wärmekonzepten, wie Naturwärme oder Wärmepumpen“, so Zach.

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