AK rät: Auch die Urlaube dokumentieren

Erstellt am 23. September 2022 | 05:49
Lesezeit: 2 Min
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Insgesamt erstritt die Arbeiterkammer im ersten Halbjahr 2022 485.878 Euro: Peter Schaludeck und Rudolf Westermayer.
Foto: Michael Pfabigan
Arbeiterkammer Mistelbach musste Urlaubsanspruch urgieren: Bei Abrechnung war darauf vergessen worden.
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„Urlaub ist immer Vereinbarungssache. Das ist ein hartnäckiges Gerücht am Stammtisch, dass der Chef den Urlaub anordnen kann“, sagt Peter Schaludek, Arbeiterkammer-Rat und Betriebsrat bei Gebauer und Griller in Poysdorf. Und: Es zahle sich immer auch aus, nicht nur Arbeitszeit- sondern auch Urlaubsaufzeichnungen zu führen.

Eine 34-jährige Frisörin suchte die AK-Bezirksstelle Mistelbach auf, um die Endabrechnung kontrollieren zu lassen, weil sie nach ihrem Karenzurlaub nicht mehr im Betrieb arbeiten konnte. Die Endabrechnung war soweit in Ordnung, nur fiel dem AK-Berater auf, dass keine Urlaubstage ausbezahlt wurden.

Darauf angesprochen, ob sie Urlaubsaufzeichnungen hat, konnte die Arbeitnehmerin diese auch lückenlos für ihre mehr als zehnjährige Beschäftigung in dem Betrieb vorlegen. Die Kontrolle ergab, dass sie tatsächlich den gesamten Urlaub in Zeit konsumiert hat. Ihr war jedoch nicht bekannt, dass sie auch in der Zeit des Wochengeldbezuges (Beschäftigungsverbot acht Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt) einen Urlaubsanspruch erwirbt. Da sie zwei Kinder in ihrer Beschäftigung zur Welt gebracht hat, wären dies 18 Werktage Urlaub, die eigentlich ausbezahlt hätten werden müssen.

Nach einer schriftlichen Intervention beim Dienstgeber durch die AK Bezirksstelle Mistelbach wurden die 18 Werktage an Urlaubsersatzleistung in der Höhe von 1.462 Euro brutto sofort überwiesen. Gleichzeitig hat die Frisörin auch ein Arbeitszeugnis des Arbeitgebers bekommen, das die AK für sie angefordert hatte.

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