Alternativen für Nikolo-Besuch und Umzüge. Der Lockdown macht es auch dem Nikolo schwer - einige Gemeinden im Bezirk Mistelbach überlegen sich jedoch Alternativen.

Von Kathrin Schlegelhofer. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:22)
Dieser Sessel bleibt leider leer. Der Hl. Nikolaus wird heuer hier nicht Platz nehmen. Die großen Nikolausumzüge wurden abgesagt.
Hicker

 “Ich bin schon sehr wehmütig, wenn ich daran denke, dass ich heuer keine Kinder als Nikolaus erfreuen kann“, erzählt Roland Stiller, der die letzten Jahre Laas Kinder als Nikolaus besucht hat.

Denn durch den Lockdown wurde die langjährige Tradition der Nikolausumzüge sowohl in Laa, als auch in Mistelbach und allen anderen Gemeinden des Bezirks, abgesagt.

„In Mistelbach wäre es heuer schon der 72. Umzug gewesen!“ Leopold Bösmüller, Pfadfinder Mistelbach

Leopold Bösmüller von den Mistelbacher Pfadfindern ist sich bewusst: „Derartige Menschenmengen in der jetzigen Situation an einem Ort zu konzentrieren wäre unverantwortlich“. Daher hat man in den letzten Wochen lange nach Alternativen gesucht, um Besuchermassen zu verhindern. „Die Alternative, an der wir am längsten festhielten, war ein Umzug durch die ganze Stadt, mit einem kleinen Teil der Wägen“, erklärt der Laaer Nikolo Philipp Hicker. „Durch den strengen Lockdown kann jedoch auch diese Alternative nicht mehr stattfinden.“

Auch die Schulen und Kindergärten gehen beim heurigen Nikolausfest leider leer aus, Familien bleibt nur, im kleinen Kreise zuhause zu feiern. „Die allgemeine Gesundheit geht aber vor und wir alle müssen uns an die gegebene Situation anpassen“, weiß Hicker. „Gerade auch dazu möchten wir unsere Vorbildfunktion als Pfadfindergruppe nutzen.“

Obwohl die neuen Gesetze seit kurzem Hausbesuche durch den Nikolaus erlauben, war diese Änderung zu kurzfristig für viele Gemeinden. „Das wäre jetzt sehr schwer zu organisieren“, erklärt Leopold Bösmüller. Schon alleine die Frage, wie sich der Nikolaus fortbewegen soll, wäre schwer zu klären. Außerdem müsste man sein Gewand und den Stab kurzfristig organisieren.

Manche Orte haben die abrupte Änderung der Gesetze jedoch genutzt und planen jetzt doch Hausbesuche. In Großengersdorf zum Beispiel werden die Kinder dazu aufgefordert, Bilder zu malen und diese an die Gemeinde zu schicken. Dafür bekommen sie am 6. Dezember vom Nikolaus ein Geschenk vor die Tür gestellt.

Alternativen überlegt

In Mistelbach hat man sich auch eine Alternative zum Umzug überlegt, die das Fest für die Kinder etwas schöner gestalten soll. In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek wurde ein Video aufgenommen, in dem der Nikolaus besinnliche Texte vorliest. „Das Video ist ab dem 5. Dezember auf der Webseite der Mistelbacher Pfadfinder verfügbar“, so Bösmüller.

Außerdem wird es von der Pfadfindergruppe einen virtuellen Adventkalender geben, damit die Kinder die ganze Adventzeit über jeden Tag ein Türchen öffnen können. Dieser soll Rezepte, Bilder und weitere adventliche Überraschungen enthalten.

Die Situation stimmt natürlich nicht nur die Kinder, sondern auch die Langzeitnikoläuse der Gemeinden und alle anderen Bürger traurig. „In Mistelbach wäre das schon der 72. Umzug in Folge gewesen“, zeigt sich Leopold Bösmüller wehmütig.

Dennoch bleiben die meisten positiv gestimmt und freuen sich auf das nächste Jahr. „Vielleicht kann die Pause ja auch neue Ideen bringen. Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon, die Besucher und Besucherinnen nächstes Jahr am Stadtplatz begrüßen zu dürfen“, so Hicker.

In Wolkersdorf kommt der Nikolaus zumindest bis zur Haustüre, hier konnte noch rechtzeitig reagiert werden, in Poysdorf wird der Nikolausbesuch via Internet gestreamt ( Seite 30 ).