Ansturm auf Bäder: „Alle Rekorde wurden weit überholt“. Die heißen Temperaturen sorgen bei den Bädern im Bezirk Mistelbach für einen Besucheransturm.

NÖN
Bis zu 2.000 Besucher am Tag strömen dank der Hitze ins Mistelbacher Weinlandbad: „Es braucht aber immer zwei, drei heiße Tage, bevor die Besucherwelle anläuft“, weiß Christoph Gahr von der Gemeinde.

Für die Verantwortlichen der Freibäder war die Hitzewelle der letzten Wochen ein wahrer Segen: Bisher hatte sich der Sommer regnerisch und kühl gezeigt, Temperaturen über 30 Grad lockten daher umso mehr Besucher in die Becken.

„Die Hitzewelle hat die Zahlen ordentlich angekurbelt!“Christoph Gahr vom Weinlandbad

„Die Hitzewelle hat die Zahlen ordentlich angekurbelt!“, freut sich auch Christoph Gahr vom Weinlandbad in Mistelbach über bis zu 2.000 Besucher am Tag. Denn seit der Flüchtlingswelle 2016 und dem Fall rund um eine erfundene Vergewaltigung haben sich die Besucherzahlen im Weinlandbad nicht wirklich erholt. War es 2015 noch ein Spitzensommer mit rund 100.000 Besuchern, so waren es im Problemjahr darauf nur noch 45.000 Gäste, auch 2017 erholten sich die Besucherzahlen nur mäßig (52.000 Gäste).

Auch dieses Jahr lief es noch nicht ganz rund, wirklich heiße Tage mit langen Öffnungszeiten waren bisher rar. Als Ursache, dass die Besucherzahlen zu wünschen übrig lassen, sieht Christoph Gahr von der Stadtgemeinde aber auch, dass viele sich zuhause selbst Abkühlung verschaffen würden: „Man braucht nur in jedes zweite Prospekt schauen, das man zugeschickt bekommt. So ein Pool kostet heute fast nichts mehr.“

Die Meisten würden heutzutage selbst ein Pool haben, vor allem die Jugendlichen. Während Familien mit Kindern noch eher das Weinlandbad besuchen würden, fehle dem Bad also genau diese Zielgruppe der jungen Leute.

Rekordzahlen in Wolkersdorf

In Wolkersdorf konnte man letzte Woche Rekordzahlen verzeichnen: Nach Hohenau an der March lag die Gemeinde mit 35,4 Grad an zweiter Stelle der wärmsten Orte in Österreich. Andrea Löw kann daher Positives vom Wolkersdorfer Sommerbad berichten:

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„Pack die Badehose ein ...“: Bei der Hitzewelle hilft nur ein Sprung ins kühle Nass!

„Abgesehen von wetterbedingten Besuchereinbrüchen ist das Sommerbad sehr beliebt.“ Oft kämen Besucher aus dem nahegelegenen Wien oder Korneuburg. Sie würden von der freundlichen Gestaltung des Bads und der ländlichen Umgebung angelockt. Auch das Unterstinkenbrunner Freibad ist ein kleines ruhiges Bad, welches bei Familien und vielen jungen Besuchern, aber auch Senioren sehr beliebt ist. Bürgermeister Matthias Hartmann freut sich sehr über den Saisonkartenverkauf, der auch heuer wieder großen Anklang und daher einen guten Umsatz brachte. Viele Events regen zum Besuch an: Schwimmkurse für Kinder, Gruppeneintritte für Schulklassen, Cocktailabend, Triathlon und ein Beachvolleyballturnier.

In Rabensburg bilanziert Bürgermeister Wolfram Erasim: „Der Saisonstart war, ob des kühlen Wetters, heuer eher verhalten. Allerdings trägt die Hitze nun dazu bei, dass alle bisherigen Besucherrekorde der letzten Jahre bereits weit überholt wurden. Auch die Anzahl der vielen Besucher aus den Nachbarländern steigt von Jahr zu Jahr, und auch das trägt zu dem Rekordergebnis bei.“ Auch in der Therme Laa gibt es Grund zum Jubeln: Sowohl die Sommertherme als auch das Silent Spa sind wahre Besuchermagneten.

„Wir können derzeit sogar die Zahlen vom Vorjahr übertreffen, denn wir haben einiges für die Bequemlichkeit unserer Gäste geschaffen: So haben wir im Silent Spa den Garten neu gestaltet und in der öffentlichen Therme haben wir nun eine Strandbar. Für Familien stellen wir eigene Rückzugsbereiche mit geflochtenen Körben zur Verfügung“, schildert Geschäftsleiter Florian Perteneder. Sogar die Sauna würde trotz Hitze steigende Besucherzahlen verzeichnen, die Gäste wollen ihr Immunsystem stärken. Und sollte es doch wieder unsommerlich kalt werden, können die Gäste die Therme genießen: „Damit sind wir eine ideale Alternative zum Ausflugstourismus. Uns ist also jedes Wetter recht!“, so Perteneder.