Bürgermeister: „Zu wenige Bauplätze verfügbar“.  Die Preise für Baugründe im Bezirk Mistelbach steigen massiv an. Reserven können nur selten mobilisiert werden.

Von Kathrin Schlegelhofer. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:45)
440_0900_383774_noe29grafik_baugrund.jpg
NOEN

 „Die, die ein Eigenheim bauen wollen, haben es schwer, einen Baugrund zu finden, geschweige denn einen leistbaren“, fasst Mistelbachs Bürgermeister Erich Stubenvoll die Suche nach leistbaren Baugründen im Bezirk Mistelbach zusammen. Je nach Gemeinde gestaltet sich diese nämlich zunehmend schwierig, wie die Grafik zeigt.

Hierfür wurde anhand der Grundstückspreise und des Einkommens der Bewohner der einzelnen Gemeinden berechnet, wie viele Quadratmeter Baugrund mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen leistbar sind. Auffällig sind dabei vor allem die Gemeinden Pillichsdorf und Wolkersdorf, die vergleichsweise teuer sind.

„Die Preissteigerung ist in den letzten Jahren massiv zu verfolgen“, meint auch Dominic Litzka, Bürgermeister in Wolkersdorf. Am teuersten ist die Stadtgemeinde Wolkersdorf: „Da sind wir bei Grundstückspreisen von 350 bis 400 Euro pro Quadratmeter, die Tendenz ist eher bei 400 Euro“, erzählt Litzka.

Diese Entwicklung sei unter anderem der Mischung aus einer guten Anbindung und der Lebensqualität in Wolkersdorf zu verdanken, so der Stadtchef. Um diese zu bewahren, sei ein moderater Zuzug wichtig, denn „die Lebensqualität ist nur dann zu erhalten“.

Neben den Gemeinden rund um Wolkersdorf sticht auch Mistelbach mit relativ teuren Grundstückspreisen hervor. Bürgermeister Stubenvoll weiß: „In der Stadt gibt es Preise um die 250 pro Quadratmeter. Das Hauptproblem ist, dass zu wenig Bauplätze verfügbar sind“.

Viele Grundbesitzerinnen und -besitzer wollen ihr Land nicht verkaufen, da sie es als Wertanlage sehen oder an ihre Kinder weitergeben wollen. Da der Wohnbedarf aber hoch ist, wünscht sich Stubenvoll, dass mehr Leute ernsthaft darüber nachdenken, diese „gehorteten“ Grundstücke wieder zu verkaufen. „Aber es gibt keine Verpflichtung, die Gemeinde kann da nur appellieren.“

Junge Familien aus Ort haben Vorrang

Wie in Ladendorf gibt es in vielen Gemeinden also leerstehendes Land, das meiste davon kann aber nicht mobilisiert werden. „Wir hätten 30 Prozent Bauland-Reserven“, erzählt Thomas Ludwig, Ladendorfs Bürgermeister. Seit der letzten Novellierung des Raumordnungsgesetzes gibt es daher einen verpflichtenden Bauzwang, sobald eine Umwidmung stattfindet. Auch Dominic Litzka hat hierzu eine klare Haltung: „Dass Bauland nicht bebaut wird, darf es nicht mehr geben. Jedes Bauland, das mobilisiert wird, wird mit Bauzwang versehen“, sagt der Stadtchef.

In Asparn zum Beispiel heißt das konkret, dass neue Grundstücksbesitzer innerhalb von zwei Jahren einen Plan einreichen und nach spätestens fünf Jahren mit dem Bau beginnen müssen. Die Gemeinde versucht, die Vergabe der Grundstücke zu regulieren: „Wir haben Vergaberichtlinien, damit die Einheimischen eine Chance haben, einen Bauplatz zu bekommen“, erzählt Bürgermeister Manfred Meixner.

Vorrang haben oft junge Familien, wie auch in Poysdorf: „Wichtig sind uns die jungen Familien aus der Region, die sich ansiedeln und den Hauptwohnsitz begründen wollen“, so auch Bürgermeister Thomas Grießl. In Staatz gibt es hierfür eine eigene Förderung für den Grundstückspreis und in Drasenhofen will man durch die sanierte Volksschule und den neuen Kindergarten bei jungen Familien punkten.

Umfrage beendet

  • Wie viel würdet ihr für einen Quadratmeter Bauland ausgeben?