Coronavirus-Patient marschierte in Ordination. Erster Fall Arztpraxis musste sperren und aufwendig gereinigt werden. Eine längerfristige Sperre blieb dem Arzt erspart.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 11. März 2020 (08:44)
Symbolbild
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Das Coronavirus hat offiziell den Bezirk Mistelbach erreicht: Am Samstag gab die Landessanitätsdirektion den ersten nachgewiesenen Fall im Bezirk bekannt.

Der Wiener, der sich jetzt längere Zeit im Dreiländereck aufgehalten hatte, war schnurstracks in eine Ordination eines Kassenarztes marschiert.

Die Scherereien hatte der Arzt: Seine Ordination wurde gesperrt und musste gereinigt werden, die Arbeiten unter Einsatz von Schutzanzügen sorgen für gehörig aufsehen.

Die Patienten wurden während dieser Reinigung der Ordination an die umliegenden Ärzte verwiesen. Mit den Medien wollte der Arzt trotz Anfrage nicht reden.

Seitens der Landessanitätsdirektion weiß man aus den bisherigen Erfahrungen, dass alle Weinviertler Infektionen auf den direkten, intensiveren Kontakt der Infizierten untereinander zurückzuführen sind.

Kritik übt Ärztevertreter Oskar Kienast an der Informationspolitik der Landessanitätsdirektion: „Ordinationen in der Region wurden behördlich gesperrt und die Kollegen müssen das aus den Medien erfahren“, ärgert sich der praktische Arzt aus Mistelbach: Da stimme die Informationskette überhaupt nicht. Wichtig: Im Verdachtsfall ist die Gesundheitshotline 1450 zu kontaktieren, hält die Landessanitätsdirektion einmal mehr fest.