Einstellungs-Zusage nicht eingehalten

Ein Lkw-Fahrer aus dem Bezirk Mistelbach wurde nach Corona-Entlassung nicht mehr aufgenommen. Offene Urlaubsgelder wurden nicht ausbezahlt.

Michael Pfabigan
Michael Pfabigan Erstellt am 18. September 2021 | 05:54
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Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Rudolf Westermayer und Kammerrat Peter Schaludek zogen Bilanz über die Arbeit der Arbeiterkammer im ersten Halbjahr: Insgesamt wurden 1,13 Mio. Euro für die Mitglieder erstritten.
Foto: Michael Pfabigan

Es war nicht das erste Mal, dass ein Lkw-Fahrer aus dem Bezirk Mistelbach während der Auftragsflaute im Winter „stempeln“ geschickt wurde. „Allerdings war es das erste Mal, dass sein Arbeitgeber die zugesagte Wiedereinstellung im Frühjahr nicht einhielt – wegen Corona“, berichtet Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Rudolf Westermayer.

Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der AK präsentierte er einen der klassischen Fälle, mit denen die Kammer zu tun hat, wenn sie für das Recht ihrer Mitglieder streiten.

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18 Urlaubstage und 64 Überstunden „vergessen“

„Und bequemerweise ‚vergaß‘ er, dass der nunmehr ehemalige Fahrer aus dem alten Arbeitsjahr noch 18 Urlaubstage und 64 Überstunden stehen gehabt hatte“, so Westermayer weiter. Die hätte er in einem normalen Jahr in den neuen Arbeitsvertrag mitgenommen.

„Nur gab es diesmal keinen neuen Arbeitsvertrag, das heißt, der Spediteur hätte das auszahlen müssen“, schildert Westermayer. Das hat er nicht getan, und auch die Arbeitspapiere und das Arbeitszeugnis hat der Fahrer nicht bekommen.“

Die AK NÖ forderte den offenen Betrag und die ausstehenden Unterlagen bei der Spedition ein. „Es hat zwar einige Korrespondenz gebraucht, aber am Ende hat der ehemalige Arbeitgeber die ausstehenden 2.747 Euro nachbezahlt“, sagt Westermayer.

Überstunden immer bestätigen lassen

„Ganz wichtig ist, dass man sich offene Urlaubsansprüche und Mehr- und Überstunden immer bestätigen lassen sollte, dann hat man später auch einen Beweis. Und eigene Aufzeichnungen sind sowieso wichtig.“

Insgesamt erstritt die Arbeiterkammer im ersten Halbjahr 2021 für ihre Mitglieder 1,13 Mio. Euro, 765.000 Euro davon im Arbeits- und Sozialrecht.

Vernachlässigbar waren im ersten Halbjahr die Konkurse: „Es hat keine einzige Insolvenz gegeben“, sagt Westermayer. Das liege daran, dass Außenstände bei Lohnsteuer und Sozialversicherung bisher gestundet waren: „Bei Konkursanträgen sind diese beiden meist jene, die die Anträge einbringen. Das durften sie aber bisher nicht.“ Westermayer rechnet da mit einem verzögerten Nachholeffekt.