Engpass bei Medikamenten: Antibiotika auf Lager

Erstellt am 26. Jänner 2023 | 04:39
Lesezeit: 2 Min
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Apotheker Klaus Dundalek hat für seine Apotheken genügend Antibiotika auf Lager besorgt.
Foto: Michael Pfabigan
Trotz Lieferengpass sind in den Apotheken im Bezirk Mistelbach genügend Antibiotika auf Lager. Engpass bei Herzmedikamenten.
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Lieferverzögerungen sorgen für Probleme in Apotheken: Medikamente, die nicht lieferbar sind, müssen ersetzt werden und rufen oft unerwünschte Nebenwirkungen hervor.

Dass bereits seit Längerem gewisse Medikamente wie Antibiotika oder Fiebersenker oft schwer zu bekommen sind, ist keine Neuigkeit. Verschärft hat sich die Lage allerdings im Dezember, wo der Verbrauch krankheitsbedingt fünf mal so hoch war wie normalerweise um diese Zeit.

Außerdem spielt auch der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine eine Rolle: „Dort werden nämlich Verpackungsmaterialen für die Medikamente erzeugt, und da gibt es im Moment natürlich Probleme“, weiß Klaus Dundalek, Besitzer mehrerer Apotheken in Poysdorf und Mistelbach. Grund zur Sorge gäbe es aber zumindest in seinen Apotheken vorerst keine: „Wir haben zum Glück Anfang Dezember eine große Bestellung Antibiotika und Fiebersenker erhalten, das sollte eigentlich bis Ende März reichen“, erklärt Dundalek.

Markt beobachten und gleich bestellen

Auch bei Medikamenten wie Blutdruckmitteln oder für Diabetiker gibt es Engpässe. Das sei zwar ein großer Mehraufwand, da ein passendes Alternativmedikament gefunden werden müsse, dass jemand nichts mehr bekommen hat oder in eine bedrohliche Situation gekommen ist, hat es jedoch noch nie gegeben, beruhigt Dundalek. Insgesamt sei das eine Herausforderung, man müsse die Situation am Markt ständig beobachten und sobald Medikamente verfügbar sind, gleich bestellen.

Auch Oskar Kienast, Hausarzt mit Hausapotheke und Bezirksärztesprecher in Hausbrunn berichtet von Engpässen: „Gewisse Herzmedikamente sind im Moment nicht lagernd. Da muss man nach Absprache oft auf andere Medikamente umsteigen, die oft Nebenwirkungen hervorrufen.“ Dass gewisse Medikamente im Moment so schwer zu bekommen sind, ist sehr ärgerlich, so Kienast. „Die Politik hat zu lange geschlafen und jetzt, wo es akut wird, ist es eigentlich schon zu spät“, sagt Kienast.

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