Ethikunterricht: „Feedback von allen ist positiv“. Wichtige Themen werden darin behandelt, unabhängig von der Religion.

Von Stefanie Markon. Erstellt am 30. Januar 2019 (04:00)
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Ethikunterricht wird in den Schulen unterschiedlich gehandhabt. Nun möchte die Regierung diesen Unterricht vereinheitlichen: Jene Schüler, welche sich vom konfessionellen Religionsunterricht abmelden, sollen künftig verpflichtend im Gegenstand Ethik unterrichtet werden, anstatt wie üblich eine Freistunde zu haben. 

In Mistelbach am BORG hat der Ethik-Unterricht bereits langjährige Tradition: Seit zehn Jahren besuchen alle vom Religionsunterricht abgemeldeten Schüler verpflichtend dieses Fach. Direktorin Isabella Zins, die sich auch als Sprecherin der AHS-Direktoren Österreichs seit Jahren für Ethik einsetzt, freut sich über die aktuelle Initiative des Bildungsministers:

„Die verpflichtende Werteerziehung der Jugendlichen bezüglich ihre Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Weltanschauungen - sei es im Fach Religion oder Ethik - ist uns am BORG sehr wichtig und sollte allen Jugendlichen in Österreich zuteilwerden.“

„Man könnte im Zuge des Ethikunterrichts eine Flexibilisierung des konfessionellen Religionsunterrichts andenken.“Christian Rindhauser, Direktor der HAK/HAS Laa

Der Ethiklehrer am BORG und gleichzeitig Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft Ethik, Georg Gauß arbeitet im Lehrplanteam mit. „Wir führen pro Jahrgang eine Ethik-Gruppe und das Feedback der Schüler ist ebenso positiv wie das von Lehrkräften und Eltern. Der Ethikunterricht bietet die große Chance, mit guten Lernanlässen die vielen ethisch relevanten Themenfelder, die aus den gesellschaftlichen Veränderungen erwachsen, in der Klasse zu bearbeiten und somit eine bewusste Lebensführung und einen bewussten Umgang miteinander zu unterstützen“, betont Gauß die guten Erfahrungen. 

Der Direktor der HAK Laa Christian Rindhauser schließt sich der Meinung von Zins an: „Ich denke, dass Ethikunterricht für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend sein soll, unabhängig davon, ob sie am Religionsunterricht teilnehmen oder nicht. Zumindest für eine Wochenstunde sollte dieses Fach unterrichtet werden. Man könnte im Zuge dessen eine Flexibilisierung des konfessionellen Religionsunterrichts andenken.“ 

Gespräch, Diskussion sowie kritisches Denken und das Abwägen unterschiedlicher Argumente sind zentrale Elemente des Ethik-Unterrichts.
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Weiters betont Rindhauser, dass es an der HAK Laa in Zukunft ohnehin einen neuen Unterrichtsgegenstand in diesem Bereich geben wird. „Wirtschaftsethik“ wird mit dem kommenden Schuljahr angeboten werden.  Dabei geht es kurz gesagt um die Anwendung ethischer Prinzipien auf den Bereich des wirtschaftlichen Handelns.

In der HTL Mistelbach wurde das Fach sogar schon unterrichtet, es scheiterte einzig und alleine an den verfügbaren Ressourcen. „Ich persönlich halte es für eine sehr gute Sache, es sollte auf jeden Fall unterrichtet werden“, ist Direktor Alfred Pohl überzeugt. „Wir hatten auch schon einen Versuch an der Schule, wo dieses Fach unterrichtet wurde und es wurde sehr positiv aufgenommen. Leider wurden uns diese Extra-Ressourcen wieder gestrichen“, ist Pohl enttäuscht. Die HTL verfügt dennoch über manche Lehrer, die bereits eine Ausbildung in diesem Zweig gemacht haben, sodass es jederzeit wieder eingeführt werden kann.

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