Firmen kaufen E-Autos

Erstmals wurden im August mehr reine Elektroautos im Bezirk Mistelbach neu zugelassen als Dieselautos, ein Trend, der sich fortsetzt. Aber: Neue und gebrauchte Autos sind aktuell Mangelware.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 05:47
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Foto: Shutterstock.com / Matej Kastelic

Erstmals gab es im August 2021 mehr Neuzulassungen für Elektrofahrzeuge als für Dieselfahrzeuge. Die Nachfrage steigt, während gleichzeitig eine Ressourcenknappheit am Automarkt herrscht. Benötigte Mikrochips werden aufgrund von Rohstoffmangel und auch geopolitischen Spannungen weniger produziert.

Walter Tauscher vom Autohaus Lamberg in Wolkersdorf weiß, dass die Beliebtheit der E-Autos steigt. „Der Kunde bemerkt, dass er mit einem Auto nicht ewig fahren können muss. Die meisten E-Autos fahren 100 km/h und das reicht,“ so Tauscher. Es seien immer mehr zukunftsorientierte und innovative Privatpersonen, die sich für den Kauf eines Elektroautos interessieren.

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Gernot Wiesinger, Chef des Autohauses Wiesinger in Mistelbach erklärt, dass die hohe Zahl an Elektroauto-Neuzulassungen klar zu erklären sei: Die Unternehmen erhalten derzeit hohe Förderungen. Ein Anstieg an Privatkäufern werde von ihm ebenfalls verzeichnet. „Ich denke, die E-Autos sind die Zukunft, obwohl eine alternative Technologie zu CO 2 -freier Luft entwickelt werden muss,“ so Wiesinger. Bezüglich der Batterien gebe es verschiedene Ideen von Herstellern und Drittanbietern zur Wiederverwertung. „Abgelaufene“ Batterien etwa haben immer noch genügend Batteriekapazität, um bei einer Photovoltaikanlage mehrere Jahre zu funktionieren.

Corona war nur ein Auslöser

Auch die Lieferengpässe spüre Wiesinger sehr: „Die letzten Jahre war es noch nie so prekär wie jetzt. Corona war nur ein Auslöser für den stattfindenden Wirtschaftskrieg.“ Die Industrie leide massiv unter dem Chip-Mangel. Die Verlagerung von Schlüsselindustrien nach Asien sei das Problem, so der Händler. Er sieht vor Sommer 2022 keine Chance auf Besserung. Mittlerweile müsse man mit über einem halben Jahr Lieferzeit rechnen. „Und dann werden die Autos auch noch teurer, weil es weniger gibt,“ so Wiesinger. „Ob die E-Autos das Zukunftsmodell sind, kann ich nicht beurteilen. Aber die Produktion für jedes E-Auto kostet auch viel CO 2 .“ Auf Dauer gesehen, werde es für den Konsumenten aber die günstigere Variante sein, ist Wiesinger überzeugt.

Sabine Buryan leitet gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf das Autohaus Karl in Mistelbach. Generell sei bei ihnen die Begeisterung für Elektrofahrzeuge enorm hoch: „Noch überwiegen Diesel und Benzin, wobei Hybrid ganz groß geschrieben wird,“ so Buryan. Bei ihnen seien es nach wie vor eher Firmenkunden, die Elektroautos kaufen. Für die Unternehmen sei der Kauf deshalb interessant, weil kein Sachbezug schlagend wird und E-Autos vorsteuerabzugsfähig sind.

Die derzeit langen Lieferfristen schrecken Kunden ab, einen Neuwagen zu bestellen. Auch die Verfügbarkeit von Gebrauchtwägen sei knapp. Dies hänge mit den rückläufigen Neuwagenbestellungen bzw. –auslieferungen zusammen, da die Gebrauchtwägen in den meisten Fällen beim Neuwagenkauf eingetauscht werden.

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