Fladen, Take-away und Glas: Kreativität in der Krise. Drei Beispiele aus dem Bezirk Mistelbach, wie Gastronomen trotz Dauerlockdowns mit Kreativität punkten.

Von Werner Kraus und Michael Pfabigan. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:04)
Severin Weber serviert auch bei der Speisenabholung nicht in Wegwerfplastik, sondern in Glasgeschirr.
zVg

Vor allem in der Gastronomie gibt es angesichts des Dauerlockdowns bei den Wirtshäusern manch Grund zum Jammern. Manche haben dann aber doch besondere Konzepte gegen den Corona-Frust.

Siebenschläfer ohne Wegwerfgeschirr

„Man isst auch mit den Augen und wir verarbeiten hochwertige regionale Produkte von heimischen Produzenten in der Genusswerkstatt sieben:schläfer in Falkenstein“, betont Gastronom Severin Weber: „So war meine Idee auch, bei der Speisenabholung jede Woche, eine neue saisonale Speisekarte zu haben und keinesfalls in Plastik zu verpacken. Meine Philosophie ist es, die hohe Qualität der Speisen in entsprechend wiederverwendbaren Gefäßen zu bewahren.“

Diese können in den Glasbehältern gut warmgehalten bzw. aufgewärmt werden, gleichzeitig ist das Geschirr auch tiefkühlgeeignet. Außerdem können die Glasbehälter leicht transportiert und gestapelt werden. „Auch ein wichtiger Beitrag zur Müllreduktion“, findet Severin Weber.

www.7schlaefer.at

Das Menü vom Zwei-Hauben-Koch

„Es ist keine Haubenküche, die es bei uns im Menü gibt“, stellt Karl Polak vom Mistelbacher Zwei-Hauben-Restaurant „Zur Linde“ klar: Denn da gehe es um exakte Garzeitpunkte, das könne man in einem Take-away gar nicht umsetzen: „Aber wir verwenden hochwertige Lebensmittel für unsere Speisen und es ist das handwerkliche Können der Zwei-Hauben-Mannschaft in der Küche“, sagt Polak. Deshalb traue man sich auch, das Menü eher höherpreisig anzusetzen.

Das Mittagsmenü aus dem Zwei-Hauben-Lokal „Zur Linde“ in Mistelbach: Karl Polak, Martina Germitsch, Günter Suder und Hannes Langer.
Michael Pfabigan

Haubenküche-Take-way gibt es nur anlassbezogen: zum Valentinstag etwa, da aber mit hochwertiger Verpackung. „Wir hoffen ja, dass wir das zu Ostern nicht mehr anbieten müssen“, sagt Karl Polak.

Ist der Menüverkauf eigentlich ein Geschäft? „Da geht es mir eigentlich nur darum, in den Köpfen der Menschen zu bleiben und mir eine Struktur für den Tag vorzugeben“, gesteht der Gastronom.

www.zur-linde.at

Eine Flade erobert das Weinviertel

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat ihr Bierlokal „Schwarzer Peter“ in Laa immer wieder geschlossen. Hari Mader und Tanja Kastner machten aus der Not eine Tugend und stellten im Dezember einen Selbstbedienungsautomaten mit den für ihr Lokal typischen Fladen vis-à-vis des Lokales auf – und landeten einen Erfolg.

Der Fladenladen in Poysdorf wurde am Donnerstag eröffnet und ist sensationell angelaufen. Im Bild: Jochen Glanznig, Bürgermeister Thomas Grießl, Markus Hurter und Hari Mader.
Werner Kraus

Seit der Vorwoche hat der „Schwarze Peter“ eine dritte Fladendependance bei Getränke Hurter in Poysdorf. Und viele würden sich auch einen Automaten in Mistelbach wünschen. „Den schaffen wir im nächsten Monat“, sagt Mader.

„Vom Start weg lief es toll an und viele zufriedene Kunden motivieren uns täglich durch ihr Lob“, erzählt Tanja Kastner.

www.fladenladen.at