Gastro-Lockdown: „Eine schwere Situation“. Die seit November andauernde Schließung wird für Betriebe und Personal zur Zerreißprobe, nur Förderungen und Lieferservices halten viele Restaurants über Wasser.

Von Kathrin Schlegelhofer. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:57)
Dank der Förderungen ist die Lage für den Pillichsdorfer Schurlwirt Herbert Müllebner (Mitte) nicht so schlimm. Er und sein Familienteam Eva-Maria Müllebner und Georg Müllebner rechnen nicht damit, dass vor Ostern noch wesentlich aufgesperrt wird.
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„Wir sind die Ersten, die zusperren mussten und die letzten, die wieder aufsperren dürfen“, sagt Herbert Müllebner vom Schurlwirt in Pillichsdorf. Die Gastronomie ist seit November durchgehend geschlossen und das wird sich bis Ostern wahrscheinlich nicht ändern. Wie geht es der Branche damit?

Wegen fixer finanzieller Verpflichtungen ist es für viele Betriebe schwer, sich über Wasser zu halten, da hilft oft nur die Beihilfe vom Staat. So auch beim Schurlwirt: „Die Förderungen kommen problemlos - im Moment ist es also noch nicht so schlimm.“

Den meisten Gastronomen geht es aber nicht gut: Karl Polak vom Restaurant „Zur Linde“ in Mistelbach: „„Die Linde“ ist jeden Monat im Minus. Wir sind ein Unternehmen, das gut aufgestellt ist, aber wenn die Geschäfte so lange ausfallen, dann ist das schmerzlich.“

Mittlerweile ist die Situation auch für manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht mehr tragbar, was zur Folge hat, dass sie sich beruflich neu orientieren. Das Personal fehlt dann nach der Krise, sobald die Gastronomie wieder aufsperren darf. „Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter findet man nicht so schnell“, ist sich Polak bewusst.

Roland Krammer: Wirte müssen sich mit Lieferdiensten in Erinnerung halten.
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„Es ist eine ganz schwere Situation“, meint auch Roland Krammer vom Gasthaus Neunläuf in Hobersdorf und Bezirksvertrauensmann der Gastronomie. Die Betriebe müssten ihre Kosten überarbeiten, um durch den Lockdown zu kommen und versuchen durch Lieferdienste oder Ähnliches im Gedächtnis der Kundschaft zu bleiben. „Die Stammgäste sind im Moment auch ganz wichtig“, weiß Krammer, denn auf diese könne man jetzt zählen.

Bei vielen Betrieben läuft der Liefer- und Abholservice auf ein Nullsummenspiel hinaus. Dennoch ist es ein wichtiges Konzept, vor allem für die Mitarbeiter, denn ein geregelter Tagesablauf und Arbeit ist vor allem während einer Krise wichtig.

Für manche Restaurants, wie die Küche im Hotel Neustifter in Poysdorf, zahlt sich ein Lieferservice jedoch nicht aus, denn die Fixkosten wären zu groß um am Ende des Monats mit einem Plus dazustehen.

Wie soll es also mit der Gastronomie weitergehen? Trotz Zweifel und andauerndem Verschieben der Öffnung bleibt die Hoffnung bestehen, dass man nach Ostern wieder aufsperren darf. „Aber so, dass wir nicht gleich wieder zusperren müssen“, hofft Roland Krammer. Außerdem sei es wichtig, rechtzeitig zu wissen, mit welchen Auflagen diese Öffnung verbunden wäre. „Das gesamte Team steht schon in den Startlöchern“, erzählt Andreas Sarachmann vom Hanfwirt in Laa.

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