Gemeinsam für mehr Sicherheit. Die Polizei sucht Sicherheitspartner, die als Schnittstelle zur Exekutive dienen sollen.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:02)
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Dieter Rath koordiniert den Aufbau des Sicherheitspartner-Netzes im Bezirk. 

„Bei anderen Projekten gab es ja gerade mal ein paar Flyer“, gibt Dieter Rath zu. Der Abteilungsinspektor am Bezirkspolizeikommando Mistelbach ist verantwortlicher Koordinator der Aktion „Gemeinsam.Sicher“ im Bezirk.

„Dieses Mal ist es professionell vorbereitet, da nimmt das Ministerium echt Geld in die Hand“, sagt der Beamte, der die Vorgänger-Projekte alle miterlebt hat. Und teilweise wurden Ideen, wie der „Grätzlpolizist“ und der „Dorfgendarm“ in das aktuelle Projekt integriert. Und: Es werden verantwortliche Beamte entsprechend geschult und mit Material und Ausrüstung ausgestattet.

„Wir brauchen da keine Bürgerwehr und keine Vernaderer!“Dieter Rath, Bezirkskoordinator der Aktion Gemeinsam.Sicher

Für Gemeinsam.Sicher sucht die Polizei sicherheitsinteressierte Bürger, die als Sicherheitspartner als bürgernächste Schnittstelle zur Polizei fugieren sollen. Diese Sicherheitspartner sollen leichter entstehende Probleme erkennen und mithelfen diese zu lösen. „Sicherheitspartner kann jeder sein: Ein Pensionist, ein Eisenbahner, ein Fleischhacker“, sagt Rath: „Jeder, der mit offenen Augen durch die Gemeinde geht, und es der Polizei meldet, wenn ihm etwas zugetragen wird.“

Ziel ist es die Hemmschwelle, die Polizei über Verdächtiges zu informieren, zu senken: „Wir erleben es immer wieder, dass Menschen zu uns kommen und uns Beobachtetes berichten - nur halt Wochen später. Weil sie uns mit dieser „Kleinigkeit“ nicht belästigen wollten“, erzählt Rath. Dezidiert nicht beabsichtigt ist hingegen die Bespitzelung der Bürger mittels Sicherheitspartner: „Wir brauchen da keine Bürgerwehr und keine Vernaderer. Deshalb suchen wir uns unsere Sicherheitspartner selbst aus!“, sagt Rath. Die Entscheidung falle gemeinsam mit der lokalen Polizeiinspektion und der Gemeinde: „Weil die kennen die Leute vor Ort“, sagt der Bezirkskoordinator. Gesucht wird pro Gemeinde mindestens ein Sicherheitspartner.

Gerüchten soll entgegengewirkt werden

Was hat der Sicherheitspartner von seinem ehrenamtlichen Job? Er wird regelmäßig über die Sicherheitslage im Bezirk und in seiner Region informiert, womit er auch etwaigen Gerüchten entgegentreten kann, die beispielsweise in sozialen Medien breitgetreten werden, obwohl sie jeder Grundlage entbehren.

Der Sicherheitspartner ist aber nur ein Baustein im Konzept: Schon länger gibt es in den meisten Gemeinden einen Sicherheitsgemeinderat, der über die Kanäle der Gemeinde informiert und präventiv arbeitet und beispielsweise Sicherheitsvorträge organisiert. Jede Polizeiinspektion hat einen Gemeindepolizisten - ein Polizist, der regelmäßigen Kontakt mit dem Gemeindeamt hält, um so einen regelmäßigen Informationsaustausch sicher zu stellen.

Erste Projekte ab April

Bis Ende Februar soll die Auswahl der Sicherheitspartner abgeschlossen sein, Ende April sollen die ersten Projekte umgesetzt werden.

Was könnten solche Projekte sein? Dieter Rath verweist auf den Bezirk Mödling, wo Gemeimsam.Sicher bereits läuft: In Mödling gab es einen Park, der zum Treffpunkt der Drogen- und Säuferszene geworden war. Kinder und Mütter mit Kinderwagen trauten sich nicht mehr hinein. Für die Lösung arbeiteten Polizei und Gemeinde zusammen: Die Polizei teilte mehr Streifen im Park ein und machten der Szene mit Kontrollen den Parkaufenthalt unangenehm, die Gemeinde setzte Parkbänke und Laternen instand: „Und jetzt können Mütter und Kinder wieder im Park spazierengehen, ohne sich unsicher zu fühlen“, schildert Rath ein Beispiel.