Haubenregen für die Gastronomie

Karl Polak „Linde“ holt erstmals drei Hauben bei Gault&Millau, Schmauserei in Obersdorf bekommt zwei, Martin Weiler in Laa, Manfred Buchinger in Riedenthal, Matthias Herbst in Hanfthal je eine.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 05:51
Lesezeit: 3 Min
Karl Polak
Nach der zweiten Haube im Vorjahr folgte die dritte Gault&Millau-Haube heuer: Küchen-Chef Hannes Langer und Wirt Karl Polak wollen jetzt das Niveau in der Linde stabilisieren.
Foto: Josef Schimmer

„Wir haben schon darauf hingearbeitet, aber dass es uns heuer schon gelingt, damit haben wir nicht gerechnet“, jubeln Gastronom Karl Polak und sein Koch Hannes Langer: Ein Jahr, nachdem sie für ihr Haubenlokal „Wintergarten zur Linde“ zwei Hauben vom Restaurantführer Gault&Millau einfahren konnten, legten sie noch einen drauf und bekamen heuer drei Hauben.

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Eine Haube: Martin Weilers“Weiler“ in Laa.
Foto: Michael Pfabigan

Keine Änderung bei den weiteren Haubenwirten im Bezirk: Die „Schmauserei in Obersdorf“ bekam wieder zwei Hauben, Martin Weiler in Laa, Matthias Herbst in Hanfthal und Manfred Buchinger in Riedenthal je eine Haube.

„Eigentlich wollten wir heuer den Qualitätsstandard stabilisieren“, sagt Karl Polak. Damit sowas gelingt, muss man aber auch einen guten Tag haben“, gesteht Hannes Langer: „Da muss alles zusammen passen.“ Dass es gelungen ist, ist aber auch Ergebnis der Aufbauarbeit der letzten Jahre.

Trennung in Gasthaus und Hauben-Lokal

Für Karl Polak macht sich damit die Trennung des Traditionslokals am Bahnhof in einen Gasthausbereich und das Hauben-Lokal im Wintergarten bezahlt: Haubenbereich ist nur der Wintergarten, gehobene Wirtshausküche gibt's im Rest des Lokales - eine Trennung, die im Vorjahr durchgeführt wurde. Organisatorisch wisse man so, wie viele Tische Hauben-Qualität beim Kochen und im Service bekommen, für den Rest des Lokals kocht dann die gleiche Crew mit der gleichen Leidenschaft, aber eben nicht mit den präzisen Garpunkten der Haubenküche.

Wie gehts jetzt weiter? „Wir müssen unsere Qualität stabilisieren und hoffen, dass wir kontinuierlich weiterarbeiten dürfen. Denn jeder Lockdown mit Gastro-Sperre zerreißt die einstudierten Abläufe im Haubenlokal.

Sollte die Gastronomie Mitte Dezember wieder aufsperren dürfen, wird auch der Wirtshausteil der „Linde“ aufsperren. Für heuer geschlossen bleibt aber die Haubenküche: Angesichts eines geplanten Betriebsurlaubes und der Tatsache, dass das Hochfahren der Haubenküche Zeit brauche, wird es die erst wieder 2022 geben, sagen Langer und Polak.

Letavitsch: „Nicht darauf hin gekocht“

„Wir haben eigentlich nicht spezifisch darauf hingearbeitet, aber es ist definitiv gut für’s Ego“, sagt Patrick Letavitsch von der „Schmauserei“ in Obersdorf.

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Freuen sich darüber, dass sie mit ihrer Schmauerei die zwei Gault&Millau-Hauben halten konnten: Patrick und Anastasia Lentavitsch.
Foto: Renate Schwarzmüller

Das Lokal hatte im Vorjahr auf Anhieb zwei Hauben von Gault&Millau bekommen, die sollen auch in Zukunft gehalten werden: „Schade ist nur, dass wir nun schon wieder im Lockdown sind, wenn diese Auszeichnung verliehen wird.“

„Explizit haben wir auf die Haube nicht hingearbeitet, wir haben sie erstmals im Jahr 2017 verliehen bekommen“, freut sich auch Matthias Herbst vom Hanfthaler Gasthaus Herbst. 

„Dennoch ist diese Auszeichnung eine große Freude und zugleich eine gute Werbeplattform für nicht ganz alltägliche Betriebe, so wie wir einer sind.“

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Eine Haube für Matthias Herbst in Hanfthal.
Foto: zVg

Die Kombination von Traditionellem und Rustikalem, das von früher erhalten geblieben ist, und den eingebauten Neuigkeiten wie Regionalität und Bio-Qualität, mache das Gasthaus Herbst aus.

„Dabei stehen immer die Lebensmittel von ausgezeichneter Qualität im Mittelpunkt“, sagt der Haubenkoch.

Ihre Hauben verteidigen konnten auch Martin Weiler vom „Weiler“ in Laa und Küchenlegende Manfred Buchinger mit seiner „Alten Schule“ in Riedenthal.

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Eine Haube: Manfred Buchingers „Alte Schule“. Foto: Pfabigan
Foto: Michael Pfabigan

Der scheidende Tourismusmanager Hannes Weitschacher fand angesichts der Haubenflut im Bezirk nur ein Wort der Anerkennung: „Großartig!“