Hoher Haustierbedarf & weniger Spenden im Tierschutz. Durch mehr Vermittlungen und niedrige Spendenbereitschaft verändert Corona auch den Alltag von Tierschutzorganisationen im Bezirk Mistelbach.

Von Kathrin Schlegelhofer. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:49)
Die fehelenden Einnahmen durch Corona und Lockdown spüren auch die Tierhilfsvereine. Im Tierheim Dechanthof verzeichnet man sinkende Einnahmen, dafür aber auch eine geringere Spendenbereitschaft und den Wunsch vieler, sich jetzt ein Haustier anzuschaffen. Im Bild: Katze Rudolph mit Pflegerin Irene Schmid.
Tierheim Dechanthof

 „Wir vergeben im Moment sehr viele Tiere, teilweise haben wir gar nicht so viele Katzen, wie angefragt werden“, erzählt Renate Wimmer, die Obfrau des Katzenschutzvereins Pfötchenhilfe. Das könne aber auch daran liegen, dass durch den Auslandstierschutz momentan wenig Tiere nach Österreich kommen können.

Doch auch abgesehen von den gestiegenen Vermittlungen hat die Coronakrise einige Auswirkungen auf Tierschutzorganisationen im Bezirk. Der Verein merkt zum Beispiel deutlich, dass mehr Streunerkatzen unterwegs sind und diese auch kastriert werden müssen. „2020 war ein Rekordjahr was Kastrationen angeht“, so Wimmer.

Im Tierheim Dechanthof in Mistelbach befinden sich im Moment 116 Tiere am Dechanthof, davon 34 Hunde und 63 Katzen und auch dort gehen vermehrt Anfragen nach Tieren ein, vor allem von Leuten, die jetzt länger im Homeoffice sind.

„Es werden auch weniger Tiere abgegeben“, weiß Gabriele Bachmayer, die Schriftführerin des Dechanthofs. „Dadurch, dass die Leute jetzt mehr zuhause sind, lassen sich Probleme mit dem Tier eher regeln.“ Viele Tierbesitzer müssen auch nicht so oft aus dem Haus, da ist es auch leichter mit Tieren umzugehen, die schlecht alleine bleiben können.

"Wenn ein Tier nur wegen Corona geholt wird, dann ist es der falsche Beweggrund. Die Anschaffung eines Tieres muss immer sehr gut überlegt sein.“Bettina Wessely

Weniger ist auch die Spendenbereitschaft geworden. Durch die Krise können sich manche Leute Patenschaften nicht mehr leisten, Pfötchenhilfe muss zum Beispiel auf zwei Drittel der Spenden verzichten. „Das haben wir schon beim ersten Lockdown bemerkt“, erzählt Wimmer.

Die Organisation der Arbeit im Tierschutz muss durch den Lockdown auch vermehrt online oder per Telefon stattfinden, nur Notwendiges, wie Tierarztbesuche oder die Kontrolle vor der Tierübergabe, wird persönlich erledigt. 

Bei der regional organisierten Gruppe Straycats aus Poysdorf, die Streunerkatzen hilft und Öffentlichkeitsarbeit leistet, habe sich generell nicht viel verändert, so Unterstützerin Bettina Wessely.

Doch wie stehen sie zu dem gesteigerten Haustierbedürfnis? „Das sehe ich sehr skeptisch“, meint Wessely. „Das ist wie die Katze unter dem Christbaum. Wenn ein Tier nur wegen Corona geholt wird, dann ist es der falsche Beweggrund. Die Anschaffung eines Tieres muss immer sehr gut überlegt sein.“

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