Holz: „Kunden kaufen dreimal so viel!“

Erstellt am 02. August 2022 | 20:00
Lesezeit: 2 Min
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Julia Wögerer: „Es ist nicht meine Aufgabe, zu bestimmen, wer wie viel Holz bekommt. Wer als Erstes kommt, bekommt das Holz.“
Foto: privat
Hamsterkäufe reduzieren die Bestände beim Brennholz erheblich: Wie Händler im Bezirk Mistelbach damit umgehen.
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Aufgrund der massiv steigenden Gas- und Strompreise suchen besorgte Bürger jetzt nach Alternativen, um gut geheizt über den Winter zu kommen. Die Nachfrage nach dem naheliegenden Heizmaterial Holz steigt exorbitant.

„Die Kunden kaufen zwei- bis dreimal so viel Holz! Die Nachfrage hat sich verzehn- bis verzwanzigfacht“, beschreibt Julia Wögerer, Geschäftsführerin des Holzhandels Tretter. die Lage. Obwohl der Holzfachhandel Tretter Brennholz nur als Nebenerwerb betreibt, merkt die Geschäftsführerin die gestiegene Nachfrage enorm.

Es gäbe bereits Wartelisten für Brennholz, erklärt sie. Auch Hamsterkäufe machen sich bemerkbar. Wögerer betont hierbei: „Es ist nicht meine Aufgabe, zu bestimmen, wer wie viel Holz bekommt. Wer als Erstes kommt, bekommt das Holz.“ 

Alfred Hiller, Geschäftsführer der Mistelbacher Lagerhauszentrale, fährt eine andere Strategie: „Die Lagerbestände sind knapp. Ich achte darauf, dass die Heizmaterialien nur in den gebrauchten Mengen abgegeben werden, damit es nicht zu Hamsterkäufen kommt.“

Pellets oder Hackschnitzel – also eigentlich Abfallprodukte von Holz – erleben ebenfalls einen deutlichen Preisanstieg. Laut ProPellets Austria könne man bei Hackschnitzeln im Moment von einer Preissteigerung von rund 20 Prozent ausgehen, bei Pellets sind es sogar rund 66 Prozent - damit befindet sich der Preis hier auf Rekordniveau.

Weg vom Gas, hin zur Pelletsheizung

Grund dafür sind die steigenden Produktionskosten sowie die Tatsache, dass einige Haushalte im Moment auf Pellets-Heizungen umsteigen wollen. Die Ursache dafür liegt unter anderem im Russland-Ukraine-Krieg, der viele Menschen dazu bewegt, von der Gasheizung weg zu Alternativen zu gehen.

Hiller zeigt sich dennoch optimistisch: „Momentan sind wir mit der Produktion von Pellets und Hackschnitzel hinterher, ich bin jedoch guten Mutes, dass wir zumindest dieses Problem bis Oktober beheben und den Rückstand aufholen können.“ Eine Minderung des Preises sei in den nächsten Monaten jedoch nicht zu erwarten.

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