Hybrid als Alternative bei Vielfahrern. E-Autos bleiben am Automarkt weiter ein Nischenprodukt.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:48)
Symbolbild
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„Elektroautos werden immer eine Randerscheinung bleiben. Aber ein Anteil von zehn Prozent sollte schon drinnen sein“, findet Rudolf Buryan, Verkaufsleiter bei Auto Karl in Mistelbach. „Die Infrastruktur für E-Autofahrer ist ein Horror“, findet Gernot Wiesinger vom Mistelbacher Autohaus Wiesinger. „Aber die Nische für E-Autos ist größer geworden“, sagt Walter Tauscher vom Wolkersdorfer Autohaus Lamberg.

Rudolf Buryan: Der Automarkt ist sehr dynamisch, die Entwicklungen nicht abschätzbar.
NOEN

2019 wurden laut Statistik Austria im Bezirk Mistelbach 109 Fahrzeuge mit Elektroantrieb angemeldet, 69 davon waren Autos. Das waren gerade einmal 3,1 Prozent aller neu angemeldeten Autos.

Allgemein wurden im Vorjahr im Bezirk 3.448 Fahrzeuge (darunter auch Traktoren) neu angemeldet, 2.254 davon waren Autos. Bei Antrieb hat der Benzinmotor die Nase vorne: 1.652 Benziner stehen da 1.192 Diesel-Fahrzeugen gegenüber.

Wo liegt die Zukunft des Autos? „Die Entwicklung bei den Autos ist derzeit vergleichbar mit dem Handymarkt vor 20 Jahren: Was ab der Entwicklung des Mobiltelefons passiert ist, war damals ähnlich unvorhersagbar, wie es in den nächsten 15 Jahren bei Autos sein wird“, findet Rudolf Buryan: Der Automarkt sei sehr dynamisch und werde sich, auch dank Entwicklungskooperationen unterschiedlicher Autohersteller, in alle Richtungen entwickeln.

NOEN

„Der Diesel ist für Langstreckenfahrer und Pendler alternativlos“, sagt Gernot Wiesinger. Und kleine Hybridmodelle werden nicht so schnell kommen.

Walter Tauscher: Kunden müssen von den Vorteilen des Hybridmotors erst überzeugt werden.
NOEN

Wobei: Walter Tauscher sieht gerade hier einen Zukunftsmarkt: Denn es werde künftig Hybridmodelle mit unterschiedlichster Ausprägung geben. Im Vorjahr wurden im Bezirk 107 Hybrid-Fahrzeuge angemeldet: „Da muss man die Kunden erst von den Vorteilen überzeugen“, sagt Tauscher.

„Der Hybrid wird für die nächsten 20 bis 30 Jahre eine Übergangslösung sein“, glaubt auch Rudolf Buryan. Nur mit einem Hybrid sei es möglich, die von der EU geforderten Abgaswerte zu erreichen. „Außerdem sind sie eine Möglichkeit, um Fahrverbote in Stadtzentren zu umgehen“, glaubt Wiesinger: Im Freiland fährt man dann mit dem Verbrennungsmotor, im Stadtgebiet schaltet man einfach den Elektromotor ein und ist von Dieselfahrverboten nicht mehr betroffen, glaubt er. Denn Individualverkehr werde auch es auch in Zukunft geben, egal, wie sich die Mobilität in den nächsten 30 Jahren entwickeln werde.