Bezirk Mistelbach: Leicht unterdurchschnittliche Ernte. Die Getreideernte ist in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach zum großen Teil abgeschlossen. Eine erste Bilanz zeigt nun, dass die Landwirte 2021 leicht unterdurchschnittliche Erträge erzielen konnten. Wieder einmal zeigt sich der Wassermangel im Frühjahr als ausschlaggebend.

Von Redaktion Mistelbach. Erstellt am 30. Juli 2021 (08:58)
New Image
Erntegespräch der Bauernkammer: Birgit Hauer-Bindreiter (BBK GF), Christian Gessl (AMA), Johannes Schmuckenschlager LK NÖ, NR Angela Baumgartner, Manfred Zörnpfenning (BBK GF), Roman Bayer (BBK MI), Josef Huber (BBK MI), Landtagsabgeordneter Manfred Schulz
Usercontent, Andrea Uhl

Jährlich findet abwechselnd in den Bezirksbauernkammern Gänserndorf und Mistelbach gegen Ende der Getreideernte ein Treffen zwischen Vertretern der AMA (Agrarmarkt Austria), der Bezirksbauernkammern sowie des aufkaufenden Getreidehandels und auch Experten der AGES statt. Dabei werden die ersten Ernteergebnisse und ihre Ursachen diskutiert. Heuer konnte Obmann Roman Bayer zahlreiche Vertreter der Branche in der BBK Mistelbach begrüßen.

„Heuer hat sich wieder gezeigt, wie stark die Bodenbonität und der verfügbare Niederschlag unsere Erträge beeinflusst“  Manfred Zörnpfenning

Das Erntejahr 2021 stellte sich bisher sehr abwechslungsreich dar. Auf ein sehr trockenes Frühjahr folgte ein eher kühler Mai mit ausreichend Niederschlägen. Dies führte in weiterer Folge zu durchaus guten Beständen, da die Ähren des Getreides viele Körner angelegt haben. Der sehr heiße Juni, ohne nennenswerte Niederschläge, führte jedoch dann zu einer schnellen Abreife – viele Körner sind dadurch verkümmert.

„Heuer hat sich wieder gezeigt, wie stark die Bodenbonität und der verfügbare Niederschlag unsere Erträge beeinflusst“ meint dazu Obmann Manfred Zörnpfenning (BBK Gänserndorf). DI Michael Oberforster – Experte für Pflanzenzüchtung der AGES - stellt fest: „das ist so, wie wenn man einem Spitzensportler während des Marathons nichts zu trinken gibt – auf der Strecke wird er verdursten“.

Es ist dies nun das 5. Jahr in Folge mit Dürreproblemen für das Getreide im Osten des Weinviertels. Kurz vor der Ernte wurden dann auch noch einige Gebiete der Region durch Hagelunwetter zusätzlich geschädigt. Die Hagelversicherung spricht von rund 2.800 Schadensmeldungen wegen Hagel im Osten Niederösterreichs. Insgesamt handelt es sich laut den anwesenden Experten in diesem Jahr um eine leicht unterdurchschnittliche Getreideernte.