Nahversorgung Hat Zukunft: Flexibel für den Ort. Bauer-Standorte sind mancherorts die einzigen Geschäfte.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 27. November 2019 (04:29)
Juniorchef Philipp Bauer: „Standortflexibilität ist für Nahversorger fast Gesetz. In Poysdorf öffnen wir den ADEG-Markt um 5.30 Uhr, da viele Mitarbeiter von Gebauer und Griller sich bei uns ihre Frühstücksweckerl holen.“ Am Bild mit Seniorchef Karl Bauer und den Stammkunden Magdalena Huber und Kurt Keminger aus Großkrut.
Gerhard Brey

„Wir setzen auf Regionalität in jeder Hinsicht, nicht nur bei unseren Produkten. Wir bieten Nahversorgung und Dienstleistungen vor Ort an, so wie sie lokal verlangt werden“, sagt Philipp Bauer, Juniorchef der Bäckerei Bauer. Sie versorgt die Region an 15 Standorten nicht nur mit Brot, sondern auch als Nahversorger.

Im ecoplus-Park Poysdorf hat die Bäckerei Karl Bauer GmbH seit Oktober 2006 ihre Backstube und damit ihre Zentrale, das Herz und starke Rückgrat der Bauer-Betriebe. Ursprünglich stammt die Bäckerei aber aus Herrnbaumgarten.

„Die meisten unserer Verkaufsstellen sind die einzigen Nahversorger im Ort. Selbst die Mitarbeiter stammen aus der unmittelbaren Umgebung.“ Phillip Bauer, Nahversorger

„Die meisten unserer 15 Verkaufsstellen sind oftmals die einzigen Nahversorger im jeweiligen Ort. Selbst unsere Mitarbeiter stammen aus der unmittelbaren Umgebung der Kaufhäuser“, ist Philipp Bauer stolz auf seine 86 Angestellten.

Senior-Chef Karl Bauer erklärt die Philosophie, die hinter diesem Betriebskonzept steht: „Der Betrieb wird heute von meinem Sohn in dritter Generation geführt. Da steht die Liebe zur Region und auch die Unterstützung der Wirtschaft vor Ort im Vordergrund“, weiß er. So würden etwa zur Herstellung der Backwaren fast ausschließlich Rohstoffe aus dem Weinviertel verwendet.

Der Erfolg der „Bauer-Betriebe“ beruht allerdings auch auf einer ungeheuren Flexibilität, was die unterschiedlichsten Betriebsformen der Standorte betrifft. So gibt es etwa einige Nahversorgerfilialen, wobei ADEG in der Regel Lieferant und Partner ist. Das garantiert ein vollständiges und preiswertes Sortiment, die vielen Clever-Produkte in den Regalen können preislich mit jedem Diskonter mithalten.

Dass Brot und Backwaren bei Bauer top sind, versteht sich dabei von selbst. Natürlich gibt es auch die Feinkosttheke mit Fleisch, Wurst und Käse, sowie stets frisches Obst und Gemüse. Aber auch Wasch- und Putzmittel, Parfümerieartikel sowie Katzen- und Hundefutter werden angeboten. Einige andere Standorte werden als reine Backwarenshops und Kaffeehaus geführt, in manchen Filialen gibt es einen Postpartnershop oder einen Paketdienst, eine Trafik und eine Lotto-Toto-Annahmestelle. Sogar das Schulbuffet in der HAK-Mistelbach ist ein Bauer-Betrieb.

Alles, was aus der Backstube kommt, wird fast ausschließlich mit regionalen Produkten hergestellt: Das Mehl kommt seit 40 Jahren von Bauern aus dem nordöstlichen Weinviertel und wird in der Zuckermühle in Hobersdorf nur für die Bäckerei Bauer gemahlen. Selbstverständlich werden auch nur Eier von Weinviertler Hühnern aus Bodenhaltung verarbeitet, betonen die beiden Chefs.

Derzeit wurde gerade ein mehrwöchiger Testlauf mit dem neuen Angebot „Kostbares Weinviertel, Genusslieferanten“ erfolgreich abgeschlossen. In diesem besonderen Regal werden Spezialitäten von Weinviertler Bauern, die direkt verkaufen, angeboten werden.

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