Neue SPÖ-Struktur: „Ressourcen besser einsetzen“. Die SPÖ stellt ihre Organisation mit Regional- und Kommunalmanagern auf neue Beine.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 23. Februar 2017 (06:32)
NOEN, Pfabigan
SP-Bezirksvorsitzende Melanie Erasim (mit Tochter Melina) ist von der neuen Struktur überzeugt, Johann Keminger ist der neue Regionalmanager für die Weinviertel-Bezirke.

„Alles neu macht der Mai“ – das gilt auch für die SPNÖ. Im vergangenen September verkündete Landeschef Matthias Stadler, dass er eine neue Struktur für seine Partei wolle. „Die Kräfte bündeln und schlagkräftiger werden“ lautete das erklärte Ziel.

Nur ein halbes Jahr sollte es dauern, bis die Reform umgesetzt ist. Am 1. Mai, am Tag der Arbeit, ist der Stichtag für die Umsetzung der neuen Struktur. Kein Problem für die Region Weinviertel, wo das neue System bereits gelebt wird.

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Silvia Schneider, Gemeinderätin in Laa, wird als Kommunalmanagerin in 40 Gemeinden tätig sein.

„Es geht in Zeiten modernster Technologien darum, zeitgemäß zu arbeiten. Und es geht darum, unsere Personalressourcen besser einzusetzen“, steht SP-Bezirksvorsitzende Melanie Erasim voll und ganz hinter den Neuerungen.

Es wurden neue Instanzen in den SP-Apparat eingezogen: Johann Keminger, bisher Bezirksgeschäftsführer in Mistelbach, ist nun Regionalmanager im Weinviertel. Seine frühere Position wurde aus dem Organigramm gestrichen. Stattdessen wurden die Zuständigkeiten nach Wahlkreisen verteilt – die Region Weinviertel umfasst demnach die Bezirke Mistelbach, Hollabrunn und Korneuburg.

„Nun ist eine Spezialisierung bei den Mitarbeitern möglich. Man kann die Talente bewusst einsetzen.“Melanie Erasim, SP-Bezirksvorsitzende

Keminger arbeitet als Regionalmanager eng mit den Bezirksverantwortlichen zusammen und ist die Nahtstelle zur Landesorganisation. Ihm stehen zwei Büroassistenten zur Seite. Für den regen Austausch mit den Ortsparteien sorgen nun zwei Kommunalmanager, die jeweils 40 Gemeinden betreuen: Patrick Eber kümmert sich um den Bezirk Hollabrunn und einige Gemeinden im Bezirk Korneuburg.

Die Laaer Gemeinderätin Silvia Schneider betreut den Bezirk Mistelbach und ebenfalls Teile des Bezirks Korneuburg. Alle neuen Manager sind nun Angestellte der Landespartei.

Parteiarbeit erfolgt jetzt mehr denn je über den persönlichen Kontakt

„Die neue Struktur wurde von den Funktionären gut angenommen, wir arbeiten als Team“, freut sich Keminger, dass alle an einem Strang ziehen. Die Parteiarbeit erfolgt jetzt mehr denn je über den persönlichen Kontakt; vor allem die Kommunalmanager sind viel unterwegs und kümmern sich um die Anliegen in den einzelnen Orten.

„Das Tagesgeschäft läuft sowieso vor allem per E-Mail und Handy“, hält Erasim nichts davon, die Mitarbeiter an den Schreibtisch zu binden. Die Bezirksbüros in ihrer bisherigen Form werden damit überflüssig: Es wird ein zentrales Regionalbüro in Stockerau geben, die Anlaufstellen in Mistelbach und Hollabrunn bleiben jedoch bestehen.

"Nun kann man die jeweiligen Talente bewusst einsetzen“

„Durch die Reform ist es möglich, eine Spezialisierung bei den Mitarbeitern herbeizuführen. Bis jetzt mussten alle alles können, nun kann man die jeweiligen Talente bewusst einsetzen“, streicht Erasim die Vorteile heraus.

Das betrifft auch den Bereich Öffentlichkeitsarbeit: Der ehemalige Journalist Ewald Schingerling wird sich in Zukunft um Medienangelegenheiten kümmern. „Wir sind froh, einen Mann vom Fach für diese Stelle gefunden zu haben“, betont Keminger.