Nordautobahn: 70 Mio. € in Schutzmaßnahmen investiert. Die ASFINAG investiert 70 Mio. Euro in Schutzmaßnahmen entlang der Nordautobahn. Die Arbeiten sind im Plan, die Trasse ist komplett betoniert und asphaltiert.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 27. September 2017 (05:00)
ASFINAG
Die Lärmschutzwände entlang der Nordautobahn werden bereits, wie hier bei Wilfersdorf, aufgestellt. Zum Einsatz kommen in Erd- und Grüntönen gehaltene Holzbetonelemente.

Knapp drei Monate dauerten die Arbeiten, jetzt sind die Betonierarbeiten an der Nordautobahn zwischen Schrick und Poysbrunn abgeschlossen: Von den 25 Autobahn-Kilometern wurden 20 Kilometer betoniert, fünf Kilometer haben Asphalt als Untergrund.

Insgesamt wurden 105.600 Kubikmeter Beton, das entspricht 9.000 Lkw-Fuhren verarbeitet, wobei die mobilen Betonmischanlagen entlang der Autobahn aufgestellt wurden.

„70 Mio. Euro werden für Sicherheitsmaßnahmen bei der Nordautobahn investiert. Das sind drei Mio. Euro pro Kilometer.“Gernot Brandtner, ASFINAG-Geschäftsführer

Und kaum ist die Fahrbahn gebaut, wird auch schon der Lärmschutz errichtet: Entlang der Trasse werden Lärmschutzwände aufgestellt: „Zum Schutz vor Straßenlärm errichtet die ASFINAG rund 18.500 Quadratmeter Lärmschutzwände und schüttet 600.00 Kubikmeter Erde zu Lärmschutzdämmen auf“, weiß Gernot Brandtner, Geschäftsführer der ASFINAG Bau Management GmbH.

Das dafür nötige Erdmaterial wurde beim Errichten der Trasse abgetragen und wird hier zur Geländemodellierung verwendet. Die Lärmschutzwände sollen sich in der Farbgestaltung in die Landschaft einfügen, farblich werden sie eher in Erd- und Grüntönen gehalten sein. Und die Rückseite, die die Anrainer sehen, soll mit dichtem Bewuchs abgeschirmt sein, sodass sie wenig auffallen.

70 Mio. Euro für Schutzmaßnahmen

Geschützt sollen aber nicht nur die Menschen werden: „Wenn die ASFINAG baut, geht ein gutes Viertel der Investitionen in Schutzmaßnahmen“, sagt Brandtner. Für die A 5 heißt das: 70 Mio. Euro werden dafür investiert. Das sind drei Mio. Euro pro Kilometer.“

Auf den 25 Kilometern der neuen Nordautobahn werden beispielsweise über 109 Hektar ökologische Ausgleichsmaßnahmen gesetzt. Konkret bedeutet das, dass über eine Fläche von umgerechnet 153 Fußballfeldern Wiesen angelegt und Wälder aufgeforstet werden. Zur Reinigung der Straßenabwässer von Reifenabrieb und Salz im Winter, baut die ASFINAG entlang der Strecke 18 Gewässerschutz-Anlagen. 20 Grünbrücken für Wildtiere stellen sicher, dass Jahrtausende alte Tierwanderwege erhalten bleiben.

Kilometerlange Pumpleitungen instaliert

Kuriosum bei den Straßenwässern: Lauf Auflage der Umweltverträglichkeitsprüfung muss das Wasser kilometerweit bis zur Thaya gepumpt werden, da die lokalen Gerinne zu wenig Wasser führen und eine Verdünnung des Salzwassers nicht gegeben wäre. So mussten kilometerlange Pumpleitungen verlegt werden, die das Abwasser jetzt bis Wildendürnbach transportieren, bevor sie in die Thaya eingeleitet werden können.

„Eine leistungsfähige und sichere A 5 ist uns wichtig. Dennoch ist unser Ziel, die Menschen sowie die Flora und Fauna und die Gewässer entlang der Strecke bestmöglich zu schützen“, sagt Gernot Brandtner.

Die A 5 zwischen Schrick und Poysbrunn wird insgesamt 25 Kilometer lang und umfasst vier Anschlussstellen – Mistelbach Ost/Wilfersdorf, Poysdorf Süd, Großkrut und Poysdorf Nord. Die neue Autobahn wird außerdem zahlreiche querende Landstraßen überspannen.

45 neue Brücken

Dafür entstehen zusätzlich 45 neue Brücken. Auf 16 davon führt die Autobahn, die restlichen verbinden das Landesstraßennetz oder sind Grünbrücken über die Autobahn.

Die Nordautobahn zwischen Schrick und Poysbrunn wird am 8. Dezember für den Verkehr freigegeben, die Eröffnungsfeier findet am 2. Dezember statt. Baukosten: rund 282 Mio. Euro.