Pendler verärgert: „Grenze der Zumutbarkeit“. Nach Oberleitungsschaden auf der S2. Drei Busse sollten 400 Fahrgäste im Schienenersatzverkehr aufnehmen. Pendler massiv verärgert.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 20. Dezember 2018 (11:57)
LPI/Mechtler
In Leopoldau mussten die Pendler auf den Schieneersatz warten – oder sich alternative Beförderungsvarianten suchen.  

„Die Grenze der Zumutbarkeit ist überschritten!“, ärgert sich ein Pendler:  Am 18. Dezember riss bei der Schnellbahn S2 die Oberleitung, der Schienenverkehr war lahmgelegt, die Pendler müssen aus den Zügen und werden in Leopoldau ausgesetzt. „Fast zwei Stunden brauchte die ÖBB, bis der Schienenersatzverkehr anläuft. Ohne, dass es Infos gegeben hat“, schildert der Pendler. Als die Busse dann kamen, verbesserte sich die Situation nicht wirklich: Für die vier ausgefallenen Züge wurde drei Busse geschickt.

Und die Busfahrer hatten keine Ahnung, wo sie hinfahren sollten. Im Endeffekt war der Laaer vier Stunden unterwegs, bis er von der Arbeit heimkam. „Drei Busse für 400 Menschen, das ist zu wenig. Das Gedränge war größer, als bei einem RApidmatch“, bestätigt auch der Sprecher der Ladendorfer Pendlerinitiative LPI Karl Mechtler.

Am nächsten Morgen war die Lage dann nicht besser: Da die Züge durch den Oberleitungsschaden, der mittlerweile repariert war, nicht an ihren Ausgangspunkten waren, fielen auch diese Züge aus. Und der Folgezug war unbeheizt und eiskalt, ärgert sich der Bahnkunde: „Ich glaube, die wollen die Leute absichtlich zum Auto treiben, dass sie dann die unausgelastete Bahnstecke einstellen können“, kocht er noch immer vor Wut über den Umgang mit den Pendlern.

ÖBB will erforderliche Anzahl an Bussen organisieren

Bei der ÖBB bedauert man die Probleme: „Verspätungen oder Zugausfälle sind immer ärgerlich – nicht nur für die Fahrgäste, auch für die ÖBB selbst. Nicht nur, dass wir selbst am allermeisten daran interessiert sind, dass unseren Kunden ein reibungsloser Zugverkehr angeboten werden kann, verursachen ungeplante Zwischenfälle einen zusätzlichen Aufwand, verlangen zusätzliche Maßnahmen und bedeuten nicht selten zusätzliche Kosten“, sagt Unternehmenssprecher Christopher Seif: „Es ist  im ureigensten Interesse der ÖBB, dass die Züge pünktlich und problemlos unterwegs sind.“

Grundsätzlich sei hinsichtlich eines Schienenersatzverkehrs, der aufgrund einer akuten Streckenunterbrechung eingerichtet werden muss, festzuhalten, dass kurzfristige Ereignisse bzw. kurzfristig auftretende Probleme ebenso kurzfristige und schnelle Maßnahmen erfordern, um überhaupt den Betrieb und die Beförderung der Fahrgäste aufrecht erhalten zu können, was ohne den Einsatz unserer Mitarbeiter nicht möglich wäre.

„Es tut uns natürlich leid, wenn die Bemühungen aller Beteiligten nicht in jedem Fall das gewünschte Ergebnis bringen – nämlich trotz aller kurzfristig entstandenen, ungünstigen Einflussfaktoren die Fahrgäste möglichst rasch, reibungslos und ohne größere Umstände an ihr Ziel zu bringen“, sagt Seif: „Wir versuchen in derartigen Fällen selbstverständlich immer so schnell wie möglich die erforderliche Anzahl an Bussen zu organisieren und den Fahrgästen zur Verfügung zu stellen. Hier greifen wir nicht nur auf Postbusse zurück, sondern ein großer Teil der Schienenersatzverkehre wird auch bei privaten Busunternehmen in Auftrag gegeben und von diesen gefahren, weil die Busse der ÖBB-Postbus GmbH. größtenteils im regelmäßigen Linienverkehr unterwegs sind und deshalb nur begrenzt verfügbar sind.“