Polizeikommandant: „Ein diffuses Unsicherheitsgefühl“. Bezirk Mistelbach: Aktuelle Sicherheitslage ist für Polizeikommandanten kein Grund zur privaten Aufrüstung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:30)
Bezirkspolizeikommandant Florian Ladengruber im Gespräch.
zVg

NÖN: Merkt die Polizei auch, dass die Waffenkäufe im Bezirk Mistelbach in letzter Zeit gestiegen sind?

Florian Ladengruber : Ja, das Bedürfnis, zu Hause eine Waffe zu haben, scheint sich als Phänomen der Gegenwart zu verstärken.

Privatpersonen bewaffnen sich laut Statistiken immer häufiger. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür?

Ladengruber : Das beherrschende Motiv dahinter ist laut Waffenbesitzern selbst die sportliche Betätigung, also der Schießsport, sowie ein diffuses, subjektives Unsicherheitsgefühl. Man will sich in einer labil erlebten Zeit im Fall der Fälle schützen können.

Wird auch Pfefferspray häufiger verkauft, oder beschränkt sich der Anstieg auf Schusswaffen?

Ladengruber : Genau kann ich dazu nichts sagen, aber wahrscheinlich ist es schon so, dass auch Pfefferspray häufiger verkauft wird.

Stehen die gestiegenen Zahlen in einem Zusammenhang mit den Verbrechen der letzten Zeit im Bezirk?

Ladengruber : Nein, die Wohnhauseinbrüche haben sich zum Beispiel in den letzten Jahren stark reduziert. Als rationaler Einflussfaktor wird das bei der Überlegung, sich eine Schusswaffe anzuschaffen, also meist nicht wahrgenommen.