Sommertheater-Saison eine der besten der letzten Jahre. Alle Intendanten sind mit den heurigen Produktionen sehr zufrieden.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 04. September 2019 (04:07)
Harald Schillhammer/Felsenbühne Staatz
Der „Graf von Monte Christo“ lockte exakt 15.048 Musical-Gäste nach Staatz. 12.500 kamen nach Poysbrunn. Und auch die anderen Sommertheater waren zufrieden.

Es war ein guter Theatersommer. Darüber stimmen alle Intendanten des Bezirks überein. Den „Graf von Monte Christo“ in Staatz sahen heuer (inklusive Musicalgala) 15.048 Gäste. Es gab zehn ausverkaufte Vorstellungen samt Zusatzvorstellung, alle Vorstellungen wurden reibungslos und ohne Abbruch über die Bühne gebracht: „Die Saison war sehr gut“, freut sich Felsenbühne-Intendant Werner Auer: „Das Stück ist sehr gut angekommen. Ich denke, unser Publikum mag Musicals, die eine gute Geschichte erzählen.“

Und es bleibt treu, auch wenn nicht die großen Klassiker gespielt werden. Auers persönliches Highlight war, dass die Besucher 15.000 Euro spendeten, damit einem kleinen Buben im Rahmen der Aktion Licht ins Dunkel ein Spezialrollstuhl finanziert werden kann.

„Die Saison war eine der besten der letzten Jahre“, analysiert auch Michael Rosenberg, Chef des Filmhofs Weinviertel in Asparn: Gespielt wurde das Comedy-Musical „Sex and the country“: „Wir haben 72 Prozent mehr Karten verkauft als im Vorjahr“, freut sich Rosenberg. Es gab zwei Zusatzvorstellungen.

 „Die Saison war eine der besten der letzten Jahre. Wir haben 72 Prozent mehr Karten verkauft als im Vorjahr!“ Michael Rosenberg, Filmhof Weinviertel

 Der Filmhof will dem Genre „Musical Comedy“ treu bleiben: „Es erweist sich als gutes Rezept im qualitativ hochwertigen Theater-Dschungel“, sagt Rosenberg, der kommendes Jahr auch das Schulzentrum Asparn in die Produktion einbinden will.

Persönliches Highlight der Saison war für Kirchstetten-Intendant Stephan Gartner das hohe Kritikerlob für die Opera buffa „L´Italiana in algeri“: „Einer, der viele Sommerproduktionen gesehen hat, hat uns als eine der Top-3-Produktionen im NÖ Theatersommer bezeichnet“, freut sich Gartner und auch über eine Zusatzvorstellung.

Rundum zufrieden ist auch Nina Blum, Chefin des Theatersommers NÖ in Poysbrunn: „Das Dschungelbuch - neu gebrüllt“ lockte 12.500 Besucher in den Norden des Bezirks, wieder mehr als im Vorjahr. Im kommenden Jahr werde es wieder eine kleine Zäsur geben: In den vergangenen Jahren hatte man sich durch Disney-Klassiker gearbeitet, jetzt würden mit „Schneewittchen“ wieder die Märchen in den Vordergrund gestellt.

„Die Pension Schöller war der absolute Bringer mit fast 30 Prozent mehr Zuschauern als im Vorjahr“, freut sich Kronberg-Intendant Josef Romstorfer. Unterm Strich blieb trotzdem ein leichtes Minus: „Wir wissen warum“, sagt Romstorfer, denn Kabarettisten, die nicht in der A-Liga spielen, ziehen auf der Bühne im Krauspark nicht.

Fazit: gestrafftes Kabarettprogramm, mehr heimische Künstler und den Theaterklassiker „Boeing Boeing“ auf der Bühne.

Besucherrekord im MAMUZ

„Großartig! Der Jedermann im MAMUZ Mistelbach hat die erhofften Erwartungen erfüllt und der Plan, etwas komplett Neues zu machen, ist voll aufgegangen“, jubelt Bunte Bühne-Obfrau Katrin Kuba.

Ein neuer Besucherrekord wurde aufgestellt, die Rahmenbedingungen hätten gepasst: Eine außergewöhnliche Location mit einer außergewöhnlichen Inszenierung eines Klassikers hätten perfekt harmoniert.

Fix ist bereits jetzt, dass im nächsten Jahr nicht im MAMUZ gespielt wird: „Entweder im Schlössl oder in der Arbeiterkammer.“ Je, nachdem ob im Sommer oder im November gespielt wird, sagt Kuba.

Das persönliche Highlight? „Dass es teilweise sehr lange gedauert hat, bis am Ende der Applaus kam“, sagt Katrin Kuba, die selbst als Buhlschaft auf der Bühne gestanden war: „Das größte Kompliment, denn so wussten wir, dass wir unser Publikum zutiefst berührt hatten.“