Sternsingen in Coronazeiten: „Alles ist sehr spontan“. Bezirk Mistelbach: Das Sternsingen ist zwar generell auch während des Lockdowns erlaubt, jedoch darf weder gesungen noch dürfen Häuser oder Wohnungen betreten werden.

Von Kathrin Schlegelhofer. Erstellt am 30. Dezember 2020 (17:51)
Im Vorjahr waren in Poysdorf Johannes Rieder und Amelia Rieder auch mit Sternsingern aus Mesopotamien, dem Ursprungsland der Weisen, unterwegs.
Archiv Werner Kraus

„Uns ist am wichtigsten, dass Spenden gesammelt werden, um denen zu helfen, die von der Pandemie am stärksten betroffen sind“, erzählt Pfarrer Helmut Scheer von der Pfarre Ladendorf.

Jahr für Jahr ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus, singen und bitten um Spenden für bedürftige Menschen. Doch auch diese Tradition wird durch die Coronakrise 2021 anders stattfinden. Jede Pfarrgemeinde hat eine eigenen Strategie entwickelt, um das Sternsingen weiterzuführen und dabei trotzdem die Coronamaßnahmen zu berücksichtigen.

So auch die Gemeinden Ladendorf, Neubau, Niederkreuzstetten und einige andere, in denen Helmut Scheer als Pfarrer tätig ist. Dort wird das Sternsingen 2021 im Familienverband stattfinden. Einige Eltern werden also mit ihren Kindern unterwegs sein, um die Spenden zu sammeln und den bekannten Spruch aufzusagen. Dabei ist es nicht wichtig, wie viele Sternsinger unterwegs sind, ist sich Scheer bewusst: „Es geht nicht darum, dass es genau drei Könige sind. Die Spenden sind das Wichtigste und die Akzeptanz unserer Bewohner ist groß.“

„Es geht nicht darum, dass es genau drei Könige sind. Die Spenden sind das Wichtigste und die Akzeptanz unserer Bewohner ist groß.“

Auch in Gaubitsch werden die Sternsinger mit ein paar kleinen Veränderungen, aber sonst wie gewohnt, unterwegs sein. „Sie lassen das Lied weg und benutzen nur den Spruch“, erzählt Pfarrer Christian Wiesinger. Außerdem gehen sie nicht in die Häuser hinein, sondern sagen den Text im Hof oder vor der Türe auf.

Das sind auch die offiziellen Vorgaben für die Sternsinger, die mit den Behörden abgesprochen wurden: Abstand halten, kein Singen, Häuser und Wohnungen sollen nicht betreten werden. Werden diese Regeln eingehalten, ist das Sternsingen aber grundsätzlich erlaubt.

„Für die Kinder auch lustig und interessant“

Das Sammeln der Spenden darf natürlich auch in Gaubitsch nicht fehlen. Dazu benutzen die Kinder die alten Beutel der Kirche, die früher während der Messe für die Kollekte eingesetzt wurden. „Das ist für die Kinder auch lustig und interessant“, weiß Pfarrer Wiesinger. Dass es die Gemeindebewohner heutzutage sowieso bevorzugen, einen Aufkleber statt dem Segen aus Kreide zu erhalten, kommt den Sternsingern entgegen. „Und wenn jemand den Segen doch mit Kreide haben möchte, dann kann man das auch mit Abstand machen.“

In Mistelbach hat man sich hingegen dazu entschieden, dass die Heiligen Drei Könige diesmal nicht persönlich bei den Bewohnern vorbeischauen werden. Stattdessen werden die Segenswünsche, der Aufkleber für den Türstock und eine Bitte um eine Spende in den Postkasten geworfen. „Das haben wir für uns so entschieden, damit ja nichts passieren kann“, erklärt Elisabeth Schlager-Roth von der Pfarre Mistelbach.

Einige Gemeinden sind wegen des neuerlichen Lockdowns und sich ändernder Maßnahmen noch unsicher, wie die Sternsingeraktion ablaufen soll. So auch in Großengersdorf: „Vieles ist in Bewegung und alles ist sehr spontan“, so Pfarrer Thomas Brunner. „Außerdem ist die Dame, die sich um das Sternsingen kümmert, leider auch gerade in Quarantäne.“

Auch in Poysdorf überlegt man noch, was das beste Konzept ist, um die Tradition trotz Coronas zu erhalten. Einige Ideen wurden wegen des Lockdowns wieder verworfen, sicher ist aber, dass es ein Livestream-Event geben wird.