Tourismus im Sommer: „Urlauber bleiben länger“. Die Region profitiert vom „Urlaub daheim“: Ausflugsziele und Sportangebot sind beliebt.

Von Michaela Höberth, Werner Kraus, Gerhard Brey, Christoph Szeker und Michael Pfabigan. Erstellt am 16. September 2020 (04:51)
Sport, Erholung und „das Ursprüngliche“: Diese Faktoren locken viele Besucher und Touristen in denBezirk, zum Beispiel für Traktor-Rund-fahrten in Poysdorf.
Werner Kraus

Urlaub zuhause - von diesem Trend profitiert die Region enorm. Und das, obwohl der Beginn der Coronakrise alles andere als rosig verlief. Der Tiefpunkt bei den Nächtigungszahlen war im Bezirk im April erreicht: 2.600 Nächtigungen weist die Statistik für diesen Monat aus, im Jahr zuvor waren es noch über 14.000. Das ist ein Minus von 82 Prozent, welches bis Juli allerdings auf 14 Prozent abgeflacht ist. Punktuell waren im Bezirk sogar überaus positive Entwicklungen zu beobachten.

Landtagsabgeordneter Kurt Hackl spricht als Tourismus-Vertreter für die Region östliches Weinviertel. Er bringt die Aktionen der Weinviertel Tourismus GmbH ins Spiel: In Wien wurden beispielsweise drei Straßenbahnen mit Weinviertel-Branding versehen. Außerdem wurden Schwerpunkte bei den Themen Rad, Kulinarik und Jakobsweg gesetzt. Die Sommer-Genusstour sei mit 3.000 Besuchern zudem ein großer Erfolg gewesen. Dennoch beobachtet Hackl dieses Jahr allgemein sinkende Zahlen: „Beim Tagestourismus war ein deutlicher Rückgang im Bereich des Wirtschaftstourismus zu spüren (Seminare usw.), auch das Gruppengeschäft ist sehr zurückgegangen.“ In der Gastronomie habe man vor allem die abgesagten Feiern und Hochzeiten gespürt.

Auch in der Therme Laa ist klar: Die Verluste durch die verordneten Schließzeiten sind nicht mehr gut zu machen. „Diese letzten Monate haben aber auch gezeigt, dass dank unseres guten und durchdachten Angebots im Hotelbereich der Zuspruch unserer Gäste sehr positiv ist“, fasst Reinhold Hofmann, stellvertretender Geschäftsführer der Therme, zusammen. Und auch der Thermenbetrieb im Sommer verlief gut: „Unsere Gäste fühlten sich merklich wohl – nicht zuletzt aufgrund unserer zahlreichen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen.“ Um diesen positiven Trend in den Herbst mitzunehmen, sind spezielle Angebote geplant.

Sportliches Angebot wird genutzt

Wer in die Region kommt, ist jedenfalls gerne sportlich unterwegs: „Seit Juli beobachten wir enorme Steigerungen bei den Rad- und E-Bike-Urlaubsgästen“, ist Reinhard Ebenauer vom Radwerk in Poysdorf erfreut. Urlauber waren zudem länger als bisher üblich in Poysdorf zu Gast, das ließe sich an den vielen Mehrtagesbuchungen ablesen. Poysdorf profitiere nun davon, dass man sich bereits frühzeitig als Raddestination positioniert hat: Das Gästefeedback ist überwiegend sehr positiv. Viele wollen unbedingt wiederkommen - „damit sind wir optimistisch, dass der Radboom nachhaltig weiterwirkt“, so Ebenauer.

In Schrattenberg hat sich die grenzübergreifende Anlage des Barfußweges bereits zu einem nicht zu unterschätzenden Tourismusziel entwickelt, Jahr für Jahr kommen 15.000 Besucher hierher. Die Obfrau des „Barfußwegvereins“, Liliane Höss, beurteilt, wie sich das Jahr 2020 einreiht: „Heuer hat weniger Corona, sondern eher das Wetter zu Jahresanfang, den Besucherstrom gebremst. Allerdings fehlten durch die anfängliche Unsicherheit, was Corona betrifft, die Gruppen.“ Schulklassen, Kindergärten, Horte und andere Gruppen kamen nicht. „Allerdings hatten wir im Juli und August noch nie so viele Besucher, da sich bei uns fast alles in freier Natur abspielt“, sagt Höss.

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