Wieder Lockdown: „Das ist ein Drama“

Der vierte Lockdown kommt plötzlich, aber nicht unerwartet. Die Stimmen aus dem Bezirk Mistelbach schwanken von Verständnis bis Wut.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:24
440_0008_8239091_mis47mpf_mcity.jpg
Lockdown am Montagvormittag in der sonst überlaufenen M-City am Stadtrand Mistelbachs: Menschen sieht man überhaupt nicht, die parkenden Autos kann man an einer Hand abzählen.
Foto: Michael Pfabigan

Seit Montag, 22. November, befindet sich Österreich erneut in einem Lockdown. Dieser kommt zwar nicht unerwartet- die Infektionszahlen und Hospitalisierungen sprechen für sich. Der Beschluss kommt jedoch von dem einen auf den anderen Tag. Das macht die Vorbereitungen quasi unmöglich.

Diese plötzliche Maßnahme trifft jeden. Besonders Handel und Gastronomie leiden unter dem harten Lockdown. Mit der Vorweihnachtszeit gehen für die meisten Betriebe normalerweise hohe Einnahmequellen einher. Weihnachtseinkäufe für das Fest werden getätigt, es wird auf Christkindlmärkten gebummelt und es finden Weihnachtsfeiern in Gaststätten statt. Das alles fällt in den nächsten drei Wochen weg.

Erich Stubenvoll, Bürgermeister von Mistelbach und Unternehmer, meint: „Gescheit ist es nicht, aber notwendig. Für die Wirtschaft und den Handel ist der neuerliche Lockdown ein Drama, weil die Lager und Regale voll sind.“

Lockdown keine große Überraschung

Der Chef des Spiel- und Schreibwarengeschäfts Harrer, Peter Harrer, ist empört: „Uns wurde monatelang vorgegaukelt, dass die Pandemie vorbei ist und es keinen Lockdown geben wird. Jetzt stehen viele in der Wirtschaft vor dem Bankrott.“ Auch Karl Polak, Chef des Haubenlokals „zur Linde“ in Mistelbach spricht von finanziellen Problemen. Jedoch sei der Lockdown keine große Überraschung für ihn und sein Team. Er findet, dass man aus der Situation das Beste machen solle: „Aufregen bringt nichts. Wir werden mit den Förderungen durchkommen und dann hoffen, dass es wieder gescheit losgeht.“

Dominic Litzka, Bürgermeister von Wolkersdorf, sieht die Hauptthematik in der Umsetzung des Lockdowns. Es gäbe viele Ausnahmeregelungen, da stelle sich die Frage, wie die Bevölkerung den Lockdown annehme. Er sehe Auswirkungen auf alle Bereiche: „Es fehlt der gewohnte Tagesablauf, der Stabilität für alle anderen Lebensphasen gibt.“

Gespalten beim Thema Impfpflicht

Thomas Ludwig, Bürgermeister von Ladendorf, wollte generell eigentlich keine bundespolitische Maßnahme kommentieren. Er findet jedoch schon, dass es Handlungsbedarf gab. Das Hauptthema sei, die Pandemie zu überwinden und nicht, bestimmte Maßnahmen zu diskutieren. Die Umsetzung der Impfpflicht sieht er etwas kritisch: „Wir leben in einem freien Land. Auch wenn es eine Impfpflicht gibt, liegt die Entscheidung am Ende des Tages bei der Person selbst.“

Bürgermeister Stubenvoll hält die Impfplicht wiederum für sehr notwendig: „Eine Impfpflicht im Frühherbst hätte den Lockdown vermutlich verhindern können.“

Umfrage beendet

  • Ist die Corona-Impfpflicht gerechtfertigt?