Wo mögliche Zonen für Photovoltaik sind

Erstellt am 03. August 2022 | 05:15
Lesezeit: 3 Min
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Photovoltaikanlagen bestehen zum Beispiel seit 2020 in Stronsdorf. Andere Gemeinden haben nun Wunschflächen gemeldet.
Foto: NÖN-Archiv
16 Flächen im Bezirk Mistelbach sind für Photovoltaikanlagen vorgesehen. Drei Wunschflächen hat das Land NÖ gestrichen.
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Insgesamt 21 Flächen waren von den Gemeinden des Bezirks beim Land NÖ als Wunschflächen für großflächige Photovoltaikanlagen (PV) eingemeldet, das Land strich drei davon, bei zehn nahm es Korrekturen bei der Größe oder den Grenzen vor. Die jetzt 16 Flächen fanden ihren Weg in die Verordnung des Landes NÖ für den Zonierungsplan, der jetzt zur Begutachtung aufliegt.

Geachtet wurde darauf, dass bei der Zonierung hauptsächlich Nebenflächen zur Autobahn, Deponien oder bereits belastete Flächen berücksichtigt wurden: Eine Fläche wurde dezidiert deswegen gestrichen, in einem Fall führte über das Gebiet eine Wildwechselroute.

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Erich Stubenvoll: „Wir wollen sicher Flächen noch dazugewinnen.“
Foto: NÖN-Archiv

Fixiert ist aber noch nichts, wie Bürgermeister Erich Stubenvoll (Mistelbach) betont. Die vom Land vorgeschlagene Zonierung werde gerade besprochen, die Stadtgemeinde kann dazu Stellung nehmen. „Wir wollen sicher Flächen noch dazugewinnen“, betont Stubenvoll. In Kettlasbrunn sind gleich vier Flächen vorgesehen. „Wir wollen unseren Beitrag zur Energiewende leisten.“ Aber so, dass kein wertvolles landwirtschaftliches Ackerland wegfalle.

Bei Gaweinstal, wo im Vorjahr bereits großzügig PV-Anlagenzonen gewidmet waren, wurde ein Bereich am Autobahn-Halbanschluss Gaweinstal-West gestrichen. Im Umweltbericht wird begründet, dass Anlagen von deutlich über zehn Hektar den festgelegten Zielen widersprechen und die Zonierung außerdem „gut geeignete landwirtschaftliche Produktionsflächen“ umfasse.

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Birgit Boyer: „Wir haben unsere Schuldigkeit getan.“
Foto: NÖN-Archiv

Bürgermeisterin Birgit Boyer erklärt, dass bisher minderwertige Ackerflächen oder Schottergruben für Anlagen herangezogen wurden. „Wir haben unsere Schuldigkeit getan“, findet sie. „Die Zonierung ist ein erster Vorschlag, aber nicht in Stein gemeißelt.“

Oft statische Probleme

Beide Gemeindechefs erklären, dass Photovoltaik auf Gemeindedächern forciert werde, man stoße hierbei aber auf Grenzen. „Das ist häufig ein statisches Problem“, begründet Stubenvoll. Oder man stellt wie in Gaweinstal fest, dass eine PV-Anlage der Mittelschule ausgerechnet dann viel Strom produziert, wenn er am wenigsten im Haus gebraucht wird: in den Ferien. Die Bildung von Energiegemeinschaften hält Boyer für einen guten Weg.

Mit Photovoltaik überdachte Parkplätze würden auch Schatten bieten. Das wäre für Boyer sinnvoll, nur habe man als Gemeinde keinen Einfluss auf Parkflächen von Supermarktketten. Stubenvoll ergänzt, dass solche Projekte teuer und meist nicht rentabel sind: Man benötige ein solides Fundament und müsse den Sicherheitsfaktor berücksichtigen, weil Fahrzeuge an die Vorrichtung anfahren könnten.

Wie geht es jetzt mit der Zonierung weiter? In die definierten Zonen können die Gemeinden konkrete Flächen mit maximal fünf Hektar widmen, liegt ein Ökologiekonzept vor, dann können 10 Hektar gewidmet werden. Der Zonenplan soll im Herbst vom Landtag beschlossen werden.

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