Verlierer: Niederwild. Strecke bei Hase und Fasan ist nur noch rund ein Fünftel so groß wie vor zehn Jahren, das Rebhuhn kaum noch existent.

Von Werner Kraus. Erstellt am 03. Mai 2017 (10:05)

Mit einem Dankgottesdienst, zelebriert von Bruno Layr, sagten die Jäger des Bezirkes Mistelbach vor dem Bezirksjägertag Danke für ein unfallfreies Arbeitsjahr in der Natur.
Die jagdliche Bilanz? Bezirksjägermeister Gottfried Klinghofer zeigte auf, dass das Niederwild der große Verlierer der Entwicklung ist: „45.000 Feldhasen und 24.000 Fasane in ganz Niederösterreich sind eine Strecke, die es annähernd 2007 alleine im Bezirk Mistelbach gab“, stellte Klinghofer fest. Das Rebhuhn ist mit 759 Stück in Niederösterreich eigentlich nicht mehr vertreten.

Der Bezirk Mistelbach folgt mit einer Strecke von 9.451 Feldhasen und 5.358 Fasanen diesem Trend.

„Die enge Verbundenheit von Landwirtschaft und Jagd, wie hier im Weinviertel ist ein enormer Vorteil“ Torsten Hamberger

„Die enge Verbundenheit von Landwirtschaft und Jagd, wie hier im Weinviertel ist ein enormer Vorteil“, hob Wildbiologe Torsten Hamberger hervor, der im Fachvortrag aufzeigte, wie das Rebhuhn in seiner Population wieder gestärkt werden kann. „Richtig angelegte Biotope, die Fütterung, aber auch die Raubwildregulierung sind Faktoren, wobei die Biotope der Superjoker zur Förderung des Rebhuhnes sind“, zählte Hamberger auf, der europaweit Forschungen in diesem Bereich leitet.

Poysdorfs Bürgermeister Thomas Grießl betonte, dass die Jagd und die Landwirtschaft im Weinviertel eng miteinander verbunden seien: „Die Jäger leisten einen wertvollen Beitrag, um die Kulturlandschaft zu erhalten, die von der Bevölkerung aber auch den Gästen so geschätzt wird.“ Für Landtagsabgeordneten Manfred Schulz ist Tier- und Naturschutz untrennbar, denn Fische und Fischotter, aber auch Bäume und Biber sind gleich wichtig. Und eine Umfrage zeige, dass 70 Prozent der Menschen die Arbeit der Jäger für sehr wertvoll halten.

Ein Danke sagte Gottfried Klinghofer allen Funktionären, die ehrenamtlich Jungjäger ausbilden, Öffentlichkeitsarbeit betreiben, sich um das Übungsschießen kümmern, Jagdhornbläsertreffen organisieren oder sich um die Ausbildung der Hunde kümmern.

Ehrungen

  • 75 Jahre Jäger: Herbert Schmidt
  • 70 Jahre: Rudolf Fritz, Otto Kletzer, Josef Schwarz
  • 65 Jahre: Erwin Kraft, Leopold Siebinger, Rudolf Wimmer
  • 60 Jahre: Herbert Eder, Leopold Graf, Herbert Gschwindl, Helmut Kalbacher, Johann Luckner, Ludwig Pfeiler, Karl Ribisch, Willibald Wunsch, Norbert Zeiner
  • 50 Jahre: Fritz Breiner, Leopold Bruckner, Franz Bsteh, Albert Diwis, Kurt Ederer, Friedrich Fally, Josef Freudenberger, Rudolf Gotthart, Johann Gschwandtner, Josef Hackl, Georg Hagen, Eduard Helnwein, Sigismund Huck, Josef Kohlheimer, Gerhard Mikysek, Franz Müller, Friedrich Preissl, Karl Reiskopf, Josef Schwingenschrot, Josef Tanzberger, Gottfried Tholler, Karl Widi, Rudolf Winter, Erich Zahnt
  • Raubwildnadel für besondere Verdienste um die Niederwildhege:
  • Stefan Novak, Christian Oberenzer
  • Silberne Ehrenmedaille: Leopold Schütz, Leopold Siebinger, Rudolf Wimmer
  • Dank und Anerkennung: Konrad Pristl