Strukturwandel und die Rebzikade in Poysdorf.

Von Werner Kraus. Erstellt am 06. Februar 2017 (09:05)

Volles Haus herrschte aufgrund der interessanten Themen und wegen der im Weinbau notwendigen Fortbildungsmaßnahmen beim Weinbautag im Kolpinghaus. Bezirksweinbauverbandsobmann Gerhard Walek ging auch auf die gesellschaftlichen Veränderungen im Weinbau ein.

„Heute haben wir Betriebe mit 50 Hektar Rebfläche. 1974 gab es im Gerichtsbezirk Poysdorf mehr als 3.000 weinbautreibende Betriebe. Heute sind es 500.“ Auch diese Veränderungen stellen eine Herausforderung dar.

„Gab es früher in jedem Ort viel Verständnis für notwendige Maßnahmen, wie zum Beispiel einen Schreckschussapparat gegen Stare, so ist das heute wo vielleicht nur ein oder zwei Winzer in einem Ort übrig geblieben sind, nicht mehr so einfach“, betonte Walek. Er lud dazu ein, bei der abschließenden Verkostung der 40 Jungweine auch diese Strukturveränderungen zu diskutieren.

„Gab es früher in jedem Ort viel Verständnis für manche Maßnahmen, so ist das in Orten, in denen es nur noch zwei Winzer gibt, nicht mehr so einfach!“ Gerhard Walek,
Obmann des Bezirksweinbauverbandes Poysdorf

Gudrun Strauss von der Lebensmittelbehörde AGES Wien, dem Institut für nachhaltige Pflanzenproduktion, informierte über die amerikanische Rebzikade. Gefährlich wird sie, wenn durch die Rebzikade die Krankheit Flavenscense Doree, auf Deutsch die goldgelbe Vergilbung übertragen wird. Leider ist im grenznahen Bereich zu Tschechien, bei Schrattenberg und Reintal bereits die Rebzikade zu finden. Gerhard Walek dankte hier Weinbauberater Daniel Hugl, der in der Region die Kontrollstellen sehr gut betreut.

Landeskammerrat Roman Bayer berichtete über aktuelles aus der Weinbaupolitik: Im Jahr 2016 gab es rund 2 Millionen Hektoliter gelesenen Wein, davon 887.000 Hektoliter im Weinviertel. Die EU-28 produzieren im Jahr 165.600 Millionen Hektoliter Wein.

Karl Holzmann von der Fachschule Mistelbach informierte über Versuche mit der Hochstammrebe, die um das zwei bis dreifache länger ist, als der herkömmliche Rebsetzling. Er stellte die Vorteile in der Bearbeitung den Pflanzenmehrkosten und höheren Ausfällen gegenüber. Ulrike Hager, die Geschäftsführerin des Weinkomitees, stellte schließich den neuen Auftritt des Weinviertel DAC vor.