Ältester Ketzelsdorfer Keller ist 332 Jahre alt. Die wissenschaftlichen Ergebnisse zur Alten Geringen wurden präsentiert.

Von Werner Kraus. Erstellt am 01. September 2020 (18:28)

Die wunderschöne Kellergasse Alte Geringen war Teil einer wissenschaftlichen Aufarbeitung zum Kulturerbejahr. Vergangene Woche wurde das Buch „Kellergasse ‚Alte Geringen’“ mit den Ergebnissen – natürlich in der Alten Geringen – präsentiert.

Bürgermeister Thomas Grießl ist erfreut, dass die Kellerbesitzer bereit waren, die wissenschaftliche Erforschung zu unterstützen. Projektleiter Gerold Eßer vom Bundesdenkmalamt hebt hervor, dass die digitale Vermessung und die Bau- und Geschichtsforschung im Bereich der Kellergassen bisher einzigartig sind.

Grießl unterstreicht zudem, dass die „lange Nacht der Kellergassen“ in Ketzelsdorf ein wichtiger Schritt zum Start in Richtung Tentativliste für das Weltkulturerbe war. Er richtete Gerold Eßer viel Lob aus, da der Wissenschaftler mit großem Engagement bei der Sache ist und somit auf Landes- und Bundesebene auf die Bedeutung der Kellergassen aufmerksam macht.

Johannes Rieder erläutert bei der Präsentation, dass die Kulturlandschaft in den Alten Geringen durch die über 400 verschiedenen alten Obstsorten einen ganz eigenen Charakter hat. „Die Kellergassen sind das baukulturelle Highlight des Weinviertels“, hebt Eßer zusätzlich hervor.

Oliver Fries und Ronald Kurt Salzer präsentieren ihre Altersforschung, denn bereits in der Josephinischen Landesaufnahme 1773 bis 1781 war die Kellergasse in der heutigen Ausdehnung vorhanden: Der älteste Kellernachweis geht hier auf 1688 zurück. 1821 wird bereits von 52 Presshäusern berichtet, die von 47 Halb-, zwei Ganz- und drei Drittellehnern bewirtschaftet werden. Erhard Seiser rundet die Veranstaltung mit Bildern zur Kellergasse ab.