Mistelbach: Paradebeispiel für nachhaltige Entwicklung. Im Jahr 2015 wurden die Weichen für eine bessere Welt gestellt. Im größten Aushandlungsprozess in der Geschichte der Vereinten Nationen wurde die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung von allen 193 UN-Mitgliedsstaaten ins Leben gerufen. Damit diese Ziele in Österreich bis zum Jahr 2030 auch erfüllt werden und nicht bloß ein abstrakter Wunsch für die Zukunft bleiben, braucht es Identifikation.

Von Redaktion Mistelbach. Erstellt am 05. November 2019 (13:49)
Stadtgemeinde Mistelbach
Die Mistelbacher BürgerInnengärten sind ein Paradebeispiel für nachhaltige Entwicklung: Bürgermeister Christian Balon und die bei der Gemeinde für die Gärten verantwortliche Brigitte Schodl.

Deshalb gilt es, praxisnahe Erfolgsbeispiele vor den Vorhang zu holen, die es schaffen zu informieren, motivieren und aktivieren und als eine Art Kompass den Weg in eine nachhaltige, lebenswerte Zukunft aufzeigen.

In Mistelbach wurden bereits im Jahr 2014 die „Mistelbacher BürgerInnengärten“ als Pilotprojekt ins Leben gerufen, die sich seither größter Beliebtheit erfreuen. Und genau mit diesem Projekt erfüllt die Mistelbach eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, der sogenannten Sustainable Development Goals, im Bereich „Gesundheit und Wohlergehen“.

Da immer mehr Konsumenten Lebensmittel ablehnen, die unter massivem Pestizideinsatz, Wasserverschwendung und in Monokulturen erzeugt werden, wurde die Idee umgesetzt, Lebensmittel regional, saisonal und biologisch selbst zu produzieren. Daraus entstand das Erfolgskonzept „Mistelbacher BürgerInnengärten“, das 2014 ins Leben gerufen wurden. 

Die Gemeinde Mistelbach vermietet dabei am Försterweg neben der Franz Josef-Straße Selbsternteparzellen zu sehr günstigen Tarifen, damit Personen ohne eigenen Garten die vielen Vorteile selbst produzierter Nahrungsmittel kennen lernen können. Bei fachlichen Fragen stehen Gärtner der Stadt sowie Experten des Vereins „Natur im Garten“ zur Verfügung.

Mit relativ geringen Kosten werden so die Bewegung in der Natur und das Bewusstsein für Gesundheit ab dem Kindesalter gefördert. Selbst produziertes Bio-Gemüse ist kostengünstiger, kann nach der Ernte sofort verarbeitet werden und ist vitaminreicher und gesünder. Regionale und saisonale Ernteerträge reduzieren außerdem den ökologischen Fußabdruck und zusätzlich werden der Zusammenhalt sowie der Austausch von Personen, die aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen, durch das gemeinsame Interesse an der Gartenarbeit gefördert. Bürger, die einen gesundheitsfördernden Lebensstil pflegen, erhöhen die Standardqualität einer Gemeinde, was so zu einer Win-win-Situation für alle führt.