Bauland als Mangelware im Stadtzentrum Wolkersdorf. Im Wolkersdorfer Stadtzentrum könnte in Zukunft höher und dichter gebaut werden.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 29. Oktober 2020 (04:59)
Bürgermeister Litzka sieht viel Potenzial in der Kombination von Wohnraum und Versorgungseinrichtung in der Stadt. In der Siedlung In Kirchbergen (Bild) wurden die derzeit letzten verfügbaren Bauplätze vergeben.
Fotostudio Semrad, Google Maps

Die Debatte rund um die Bauplatzvergabe in der Siedlung In Kirchbergen zeigt, wie begehrt Bauland in der Stadtgemeinde ist. Das Spannungsfeld Bevölkerungswachstum vs. Bauplätze ist eines, das aufgrund der Begrenztheit des Bodens schwer zu lösen ist. Wie geht Bürgermeister Dominic Litzka (Team/Volkspartei) mit der Mangelware Bauland um, welche Möglichkeiten hat er, neuen Wohnraum zu schaffen?

NÖN: Wie beurteilen Sie die Situation rund um die Verfügbarkeit von Bauland in der Stadtgemeinde?

Dominic Litzka: Das Mobilisieren von neuem Bauland im Stadtgebiet ist nur begrenzt möglich da es auch eine Sicherstellung der Lebensqualität der Bevölkerung sowie der nutzbaren landwirtschaftlichen Flächen im Sinne unserer Identität als Weinbaugebiet braucht. Ein Mobilisieren der Bauplätze im Privatbesitz ist darüber hinaus nur sehr schwer möglich. Die vorhandene Nachfrage wird dementsprechend nicht ausreichend gedeckt werden können.

„Die vorhandene Nachfrage wird dementsprechend nicht ausreichend gedeckt werden können.“Dominic Litzka, Bürgermeister (Team)

Wird die Stadt in ihrem Kern auf lange Sicht (plus 20 Jahre) in die Höhe wachsen müssen?

Litzka: Eine Verdichtung im Zentrumsbereich, im Gegensatz zu den Wohngebieten, ist grundsätzlich vorgesehen, dies kann auch Erhöhungen von Bauklassen vorsehen.

Wie groß schätzen Sie das Potenzial ungenutzter Bauland-Flächen in Wolkersdorf und Obersdorf für neuen Wohnraum ein?

Litzka: Es gibt noch einige potenzielle Flächen, für die Mobilisierung braucht es aber die Zustimmung der Eigentümer um eine Baulandmobilisierung mit einer Bebauungspflicht zu realisieren und nicht weitere Baulücken zu kreieren.

Wann möchten und können Sie als Bürgermeister auf die Möglichkeit zurückgreifen, neues Bauland an den Siedlungsgrenzen zu erschließen?

Litzka: Ich denke, dass der behutsame Umgang mit den Grünflächen, ein moderates Wachstum der Bevölkerungszahlen und das überregionale Raumordnungsprogramm als Wegweiser in diesem Zusammenhang dienen werden.

Werden Sie Riedenthal, Pfösing und Münichsthal für Zuzug ins Auge fassen? Können Bauplätze dort punkten?

Litzka: Auch in den Katastralgemeinden Riedenthal, Pfösing und Münichsthal sehe ich nur ein moderates Wachstum, außerdem ist in diesen Bereichen derzeit aufgrund der Festlegung im überregionalen Raumordnungsprogramm keine weitere Entwicklung vorgesehen. Dies wurde durch meine Vorgängerin Anna Steindl festgelegt.

„Generationen Wohnen“ verbindet Wohnraum für verschiedene Generationen mit Versorgungselementen: Wird es im Wolkersdorfer Kerngebiet vermehrt derartige Wohnprojekte geben?

Litzka: Ich denke, dass Mehrfachnutzung und ein ausgeglichenes Sozialgefüge viele Problemstellungen unserer Gesellschaft aus Vergangenheit und Gegenwart deutlich verbessern können. Gegenseitige Unterstützung innerhalb der Bevölkerung und effiziente Nutzung von knappen Ressourcen wie Wohnraum sind die Schlüssel zur zukunftsorientierten Stadtentwicklung in Wolkersdorf.

Ein Projekt, das mehreren Generationen von alt bis jung sowie mehrere Nutzungen wie Kinderbetreuung, medizinische Versorgung, Altenbetreuung und Wohnen kombiniert, ist dementsprechend ein herausragendes Leuchtturmprojekt unserer Zeit.