Bezirk Mistelbach: FF-Männer im Einsatz in Mazedonien . Acht FF-Männer aus dem Bezirk Mistelbach waren im Katastropheneinsatz.

Von Werner Kraus. Erstellt am 11. August 2021 (01:11)
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Die Menschen zeigten große Dankbarkeit für die geleistete Arbeit. Ein Einheimischer bedankte sich bei den Einsatzkräften.
Bezirksfeuerwehrkommando Mistelbach

Als die Waldbrände in Mazedonien eskalierten, wurden über den EU-weiten Zivilschutz am Mittwochmorgen auch Feuerwehrleute aus NÖ und der Steiermark für den Hilfseinsatz angefordert. Mit dabei sechs Feuerwehrmitglieder aus dem Bezirk Mistelbach.

Die Kameraden Patrick Schiesser aus Asparn, Georg Benesch aus Laa, Claus Neubauer und Michael Holzschuh aus Mistelbach, Bernhard Strobl aus Poysdorf und Roman Höfelsauer aus Rabensburg rückten mit dem Logistikzug, unter der Führung des Mistelbacher Feuerwehrkommandanten Claus Neubauer aus. Die Mitglieder nahmen dabei unterschiedlichste Aufgaben, wie zum Beispiel die Brandbekämpfung, den Aufbau des autarken Basis-Camps oder Führungsfunktionen wahr.

„Die Feuer rücken den Menschen von Stunde zu Stunde bedrohlich näher!“ Claus Neubauer, FF-Kommandant Mistelbach

Mit insgesamt 44 Einsatzfahrzeugen machte sich der NÖ Landesfeuerwehrverband auf die 24-stündige Reise.

Vor allem im Südosten des Landes bot sich den 140 Löschprofis ein chaotisches Bild. So manche Ortschaft war bereits völlig abgebrannt, zahlreiche Gemeinden waren von den Waldbränden regelrecht umzingelt. Die gigantischen Rauchsäulen waren kilometerweit zu sehen. „Die Feuer rücken den Menschen von Stunde zu Stunde bedrohlich näher und werden durch starke Winde zusätzlich angefacht“, berichtete Claus Neubauer: „Der Abwehrkampf bei 42 Grad Hitze und sich ständig drehenden Winden stellt die Feuerwehrleute vor enorme körperliche, aber auch taktische Herausforderungen.“

Um die Ortschaft zu retten, überlegen die Einsatzkräfte, breite Schneisen in den Wald zu schlagen, um das Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Auch Ausrüstung wurde seitens der Feuerwehren nach Mazedonien gebracht, um rasch helfen zu können. So wurden unter anderem eine mobile Großküche, Dusch- und WC-Container, ein Kühlcontainer, ein Einsatzleitcontainer, Stromaggregate und eine mobile Tankstelle angeliefert. Vor Ort übernahmen Michael Holzschuh und Bernhard Strobl mit ihren Feuerwehrkameraden Aufgaben beim Camp-Aufbau. Claus Neubauer übernahm im Einsatzstab die Rolle des Leiters des Sachgebietes S5, das ist der Bereich Öffentlichkeitsarbeit, und Roman Höfelsauer gehörte dem Sonderdienst Waldbrand an.

Für Samstagabend wurde die Ablöse des ersten Einsatzkontingents vorbereitet.

Ein Airbus A 320 der AUA brachte 114 freiwillige Feuerwehrmitglieder aus Niederösterreich nach Skopje. Sie wurden anschließend in die Einsatzgebiete gebracht, wo sie die Arbeit ihrer 94 heimkehrenden Kollegen übernahmen.

Bei der neuen Mannschaft waren mit dem Mistelbacher Josef Laber und dem Poysdorfer Reinhard Walek wieder zwei Feuerwehrleute aus dem Bezirk Mistelbach mit dabei. Das Wechselladefahrzeug sowie ein geländegängiges Versorgungsfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Mistelbach verblieben ebenfalls für weitere Einsätze vor Ort.

Bezirksfeuerwehrkommandant Markus Schuster dankte für das großartige Engagement. „Es ist nicht selbstverständlich, mit nur wenigen Stunden Vorlaufzeit, in so einen Einsatz zu gehen.“