Stadtkapelle Laa: „Es fehlt ein gewaltiges Stück“. Derzeit dürfen nur kleine Musiker-Ensembles in liturgischem Rahmen spielen.

Von Susanne Bauer. Erstellt am 16. Mai 2021 (04:29)
Das Quartett der Stadtkapelle Laa kurz vor der musikalischen Umrahmung zur Florianimesse in der Laaer Stadtpfarrkirche.
Susanne Bauer, Susanne Bauer

Die Stadtkapelle Laa darf, wie alle anderen Musikkapellen, weder proben noch Kirtage oder Feste musikalisch begleiten. Darunter leiden nicht nur die Musiker, sondern auch die Vereinskassa, da der Verein gerade mitten in den Umbauarbeiten des Gerhard Kolar-Musikerheimes steckt.

Die NÖN wollte nun wissen, wie es den Mitgliedern der Stadtkapelle geht und ob Musizieren in irgend einer Form doch möglich ist. Dazu wurden Kapellmeister Michael Dorn und Obmann René Neubauer zum Interview gebeten:

NÖN: Wie geht es einer Musikkapelle, die seit einem Jahr keine Musik machen darf?

Michael Dorn: Nicht so gut! Wenn man bedenkt, dass man regelmäßig pro Woche für rund drei Stunden mit den Musikkollegen gemeinsam musiziert und somit auch immer mit seinem Instrument am Lernen ist, fehlt einem ein gewaltiges Stück im Wochenablauf. Nicht jeder Musiker übt gerne alleine zu Hause. Es gibt viele Fixtermine, die ausfallen.

Ist Musizieren in irgendeiner Form zur Zeit möglich?

Dorn: Ja. Zur Zeit sind kleine Ensembles wie Quartette und Quintette musikalisch im Einsatz. Jedoch sind diese Musikeinsätze nur im liturgischen Rahmen erlaubt.

Wie haltet ihr Kontakt zueinander?

Dorn: Wir haben eine Whats App-Gruppe angelegt, um laufend Informationen zu bekommen! Hier gibt es natürlich auch lustige Unterhaltungen, Geburtstagsglückwünsche, Witze, usw.

Wird geprobt? Wenn ja wie? Online, einzeln zu Hause mit der Familie?

Dorn: Geprobt wird nur, wenn ein Einsatz für ein Ensemble bevorsteht, also keine Regelmäßigkeit. Im Musikheim ist für kleine Ensembles reichlich Platz um zu proben und die Sicherheitsabstände gut einzuhalten. Manche Musiker werden mit Sicherheit alleine zu Hause ihre Übungen am Instrument spielen. Die jungen Musiker unter uns haben sowieso weiterhin ihren wöchentlichen Online-Unterricht in der städtischen Musikschule.

Wie geht es dem Verein finanziell, da ihr gerade mitten in den Umbauarbeiten des Musikerheimes steckt? Welchen Arbeiten müssen noch rund ums Heim gemacht werden?

Obmann René Neubauer: Grundsätzlich steht der Verein aus finanzieller Sicht auf soliden Beinen. Unsere Kassenwartin Gertrude Rapp hat auch ständig ein Auge auf unsere Finanzen.

Beim Neubau der WC Anlagen und des Notenarchivs haben wir eine Pause eingelegt, da die finanziellen Mittel für die Fertigstellung aktuell leider nicht ausreichen und wir uns keinem Risiko aussetzen wollen. Grundsätzlich ist der Zubau winterdicht. Der Endausbau wird zügig voranschreiten, sobald wieder regelmäßige Einnahmen durch Veranstaltungen erfolgen.

Gibt es Förderungen? Habt ihr über Spendenaktionen oder ev. Crowdfunding nachgedacht?

Neubauer: Es gibt im Rahmen des NPO Fonds Subventionen, die bereits gewährt wurden. Die Mittel dienen zur Aufrechterhaltung des Betriebs des Vereinslokals. Wir wollen den Bogen mit neuerlichen Spendenaktionen nicht überspannen. Die Laaer Bevölkerung hat sich bis dato bei unseren Spendenaktionen mehr als hilfsbereit erwiesen, dafür wollen wir uns nochmals bedanken. Seitens der NÖ Landesregierung wurde einem Subventionsansuchen des Vereinsvorstandes stattgegeben. Aktuell versuchen wir über die Crowd-funding Plattform „wemakeit“ eine Initiative zu starten.

Bietet ihr vielleicht Online-Ständchen an?

Dorn: Nein, für eine Musikkapelle mit 64 aktiven Musikern ist ein Online-Ständchen unmöglich.