Teststraßen-Angebot im Bezirk Mistelbach wird ausgebaut. Vor allem die Städte reagieren mit mehr Testterminen, auch immer mehr kleine Gemeinden starten mit Teststraßen für ihre Bürger, um die Großen zu entlasten.

Von Redaktion Mistelbach. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:00)
Lange Schlangen beim Anstellen für einen Coronatest in Mistelbach. Obwohl sich die Menschen phasenweise bis zum Bahnübergang anstellten, war man binnen 30 Minuten getestet.
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Auch wenn das Testangebot laufend ausgebaut wird: Vor allem in den Städten staut es sich bei den kostenlosen Corona-Teststationen, die Rückstaus sind teilweise enorm. Dienstag in Mistelbach, sowohl bei der Morgentestung, als auch am Abend, schlängelt sich die Schlange der Wartenden entlang des Feuerwehrhauses und der Parkgasse entlang, manche wissen zu berichten, dass sie phasenweise bis zum Bahnübergang reichte.

Die Wartezeit: Binnen 30 Minuten war man getestet, berichten Getestete, es sei zackig gegangen. Dass das klappt, dafür sorgten sechs Teststationen im kleinen Stadtsaal – bei weniger Andrang werden weniger Teststationen eröffnet, weiß Bürgermeister Erich Stubenvoll: „Allerdings sind sieben parallele Teststellen das Maximum, mehr bringen wir nicht in den kleinen Stadtsaal.“ Und ein Ausweichen in den großen Saal ist keine Option. Der wird für Sitzungen gebraucht.

„Aber wir testen so lange, solange Menschen anstehen“, sagt Stubenvoll, der nahezu bei jeder Testsession dabei ist und mitarbeitet: „Wir schicken niemanden weg.“

„Wir testen so lange, solange Menschen anstehen. Es wird niemand weggeschickt!“Erich Stubenvoll, Mistelbachs Bürgermeister

Was wäre, angesichts des anhaltenden Andrangs bei den Teststellen, eine Lösung? „Die kann nur sein, dass alle Gemeinden vernünftige Testzeiten anbieten. Da appelliere ich ohnehin an meine Bürgermeisterkollegen, damit wir da an einem Strang ziehen. Sich darauf zu verlassen, dass die anderen etwas machen, sei zu wenig, die Testungen seien Teil der Lösung des Problems, findet Stubenvoll.
Reagiert haben auch Laa und Wolkersdorf auf den immensen Ansturm: In Wolkersdorf wurde ein zweiter Teststandort im Kultursaal Obersdorf eröffnet, in Laa wurden zusätzliche Testtermine eingeschoben.

Da aber der Freitagabend-Termin auch bei Tschechen beliebt ist, die in der Region arbeiten, wartete man, bei nicht gerade kuscheligen Minus vier Grad, wieder knapp eine Stunde – auch wenn der Andrang gegen Ende der Testung nachließ. Beim NÖN-Lokalaugenschein blieb die Stimmung der Wartenden freundlich, auch wenn sich manche überlegten, beim nächsten Mal anstellen doch die Skiunterwäsche anzuziehen.

„Der Andrang bei den Corona-Antigentests in der Laaer Burg ist groß: Durch die ständig veränderten Rahmenbedingungen ist die Laaer Burg zum Testzentrum für das nordöstliche Weinviertel, für viele große Firmen im Umkreis und für viele tschechische Pendler geworden“, weiß Bürgermeisterin Brigitte Ribisch: „An den letzten vier Terminen wurden über 2.000 Personen getestet, alleine am vergangenen Dienstag wurden z.B. in drei Stunden 630 Personen professionell getestet.“ Zum Vergleich: Bei den Massentests in der Thayalandhalle war der Durchlauf rund 1.000 Personen ganztägig.

Mehr Test-Termine in der Laaer Burg

„Trotz dieser steigenden Nachfrage an Testungen, geben wir in Laa nicht klein bei, sondern haben uns über das Wochenende aus den Erfahrungen der vergangenen Woche die nächste Erweiterung überlegt. Ich habe nun kurzfristig verfügt, dass jeden Dienstag ein zusätzlicher Abendtermin dazukommt und an drei Tagen wird ab 7 Uhr in der Früh getestet. Damit sollen alle Testwilligen, egal ob Privatperson, Selbstständiger oder Berufsgruppenangehöriger, so professionell wie möglich getestet werden können“, erklärt Bürgermeisterin Ribisch ihre Optimierungsmaßnahme.

Trotz des großen Andrangs und der Warteschlangen ist das Feedback der Getesteten in Laa zum Testablauf überwiegend positiv.
Langes Anstellen ist gerade für ältere Menschen eine Herausforderung: Daher initiierte Wolkersdorfs Bürgermeister Dominic Litzka ein separates Anmeldesystem für ältere Personen, die in einem eigenen Zeitslot mit fixem Termin getestet werden. Die Anmeldung erfolgt über das Rathaus.

Soll das Anmeldesystem generell auf ein Terminsystem geändert werden, wie bei den Massentests? „Dafür ist der Zug jetzt abgefahren“, glaubt Mistelbachs Bürgermeister Stubenvoll. Wichtiger wäre, dass vor allem die Firmen beginnen, selbst ihre Mitarbeiter zu testen. Das würde die öffentlichen Teststellen entlasten.

Großer Andrang auch bei den kleinen Teststationen in den Gemeinden: Stronsdorfs Bürgermeisterin Karin Gepperth reagierte auf den Ansturm der Testwilligen am Montag sofort. Ab sofort findet das Testen wieder im Gemeindesaal mit zwei Testplätzen und dem doppelten Personal insgesamt dreimal pro Woche statt. „Ich kann den Unmut der Bevölkerung über die langen Wartezeiten verstehen, bitte aber trotzdem tolerant zu sein und sich diszipliniert zu verhalten,“ appelliert die Bürgermeisterin. Sie hofft, dass sich die langen Wartezeiten mit dem Mehrangebot an Testmöglichkeiten verringern werden.