Die Krampusse sind los. Der Krampusverein „Locos Diavolos“ treibt wieder sein Unwesen. Angst vor den schaurigen, aber freundlichen Perchten braucht man allerdings keine haben.

Von Christina Ott. Erstellt am 07. Dezember 2017 (05:10)
zVg
Schaurig-schöne Gestalten: Die „Locos Diavolos“ sehen mit ihren handgefertigten Masken zum Fürchten aus.

„Die Begeisterung der Menschen für Krampusse wird immer größer“, sagt Obmann Ewald Martinek vom Verein „Locos Diavolos“ über die Faszination der schaurigen Gestalten und ergänzt: „Solange das Ganze natürlich im Rahmen bleibt.“ Womit er gleich auf die aktuellen Diskussionen rund um mitunter aggressive Perchten anspielt – immer wieder kommt es vor, dass Besucher bei Umzügen attackiert oder verletzt werden.

Der Mistelbacher Krampusverein distanziert sich aber davon: „Wir sind ein familienfreundlicher Verein und haben auch Kinder als Mitglieder. Wir sehen von jeder Art der Gewalt ab“, betont Martinek. Angst vor ihnen brauche niemand haben: „Wir sind schaurige, aber freundliche Krampusse.“

Ein alljährlicher Fixpunkt in der Krampussaison ist neben zahlreichen Perchtenläufen in der Region auch der Nikolaus umzug gemeinsam mit den Mistelbacher Pfadfindern. Mit ihren schaurigen, handgeschnitzten Masken lehren sie den Besuchern dort das Fürchten.

„Wollen die etwa eine Bank überfallen?“

Schon immer waren bei diesem Umzug Krampusse mit dabei – allerdings nur einfach verkleidet und mit einer Strumpfhose über dem Gesicht. Etwas seltsam fand dies der aus Tirol zugezogene Obmann-Stellvertreter Benjamin Gleirscher und fragte sich: „Wollen die etwa eine Bank überfallen?“

Auf Anraten seines Sohnes nahm er beim nächsten Umzug seine Maske mit Fell mit und stieß damit bei den Anwesenden auf große Begeisterung. Im Jahr 2011, nachdem einige Leute „zu tief ins Glas geschaut hatten“, wurden schließlich die „Locos Diavolos“ – übersetzt „die verrückten Teufel“ – gegründet. Mittlerweile hat der Verein über zwanzig Mitglieder, darunter auch Kinder und Frauen.

Trotz so mancher Gegner sei die Resonanz laut Obmann Ewald Martinek im Großen und Ganzen allerdings überaus positiv: „Es gefällt den Menschen, dass es noch welche gibt, die dieses Brauchtum ausüben.“