Hohenaus Bürgermeister: "Auch an Belastungen denken". Nordbahn: Hohenaus Bürgermeister will Lärm und Parksituation in seiner Gemeinde berücksichtigt sehen.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 16. Oktober 2020 (04:27)
Bürgermeister Wolfgang Gaida war einer der ersten Besucher der ÖBB-Informationsveranstaltung im Atrium, wo umfassend über die Pläne zum Ausbau der Nordbahn informiert wurde: Gernot Scheuch (ÖBB), Wolfgang Gaida und Markus Fels (ÖBB).
G. Brey

Seit etwa zwei Jahren bemüht sich die Pendlerinitiative Nordbahn, dass für die Bahnkunden aus dem nordöstlichsten Weinviertel schnellere Zugverbindungen in den Großraum Wien wieder auf den Fahrplan kommen. Bisher hat es zahlreiche Gespräche mit ÖBB, VOR und politischen Vertretern gegeben. Es ist allerdings, außer Willensbezeugungen, nicht viel geschehen.

Die Pendler fahren weiterhin täglich, entweder mit dem Auto oder eben zähneknirschend, ob der langen Fahrzeiten, mit der Bahn. Eine Lösung ist aus Sicht der Pendlerinitiative daher dringend notwendig.

„Im Sinne der Hohenauer Bevölkerung muss an die zusätzlichen Belastungen gedacht werden.“Wolfgang Gaida, Bürgermeister Hohenau

Es gibt aber auch tatsächlich viele Argumente, die zeigen, wie schwierig es ist, jedem Recht zu tun. Da steht der beschleunigte Ausbau der Nordbahn, ein Jahrzehnte-Projekt, auf dem Programm: Die Stationen auf der gesamten Strecke werden nach und nach renoviert und den heutigen Anforderungen angepasst. Vor allem im Wiener Raum ist der Zugverkehr heute so dicht, dass kaum Bewegungsmöglichkeiten seitens der Fahrpläne vorhanden sind.

Nun ist zusätzlich der Eindruck entstanden, dass etwa Bürgermeister Wolfgang Gaida (Hohenau) den Stopp schnellerer Züge in Hohenau verhindern möchte, da die Pendlerinitiative auch slowakische Gemeinden (etwa 50.000 Einwohner im Grenzbezirk) ins Boot geholt hat, um dem immer ins Treffen geführten Argument „Im nordöstlichen Weinviertel gibt es zu wenig Pendler“ entgegenzuwirken.

Tatsächlich benützen bisher nicht allzu viele slowakische Pendler die Bahn zur Anreise an ihren Wiener Arbeitsplatz, auch wegen der viel zu langen Fahrzeiten. Das könnte sich mit schnelleren Zugverbindungen spürbar ändern, so die Vermutung von Bürgermeister Gaida.

Er bezieht im Gespräch Stellung: „Natürlich unterstütze ich schnellere Fahrtzeiten für die Pendler in den Wiener Großraum. Doch falls tatsächlich bei der Erfüllung des Pendlerinitiative-Wunsches plötzlich ein großer Teil der slowakischen Wienpendler auf die Bahn umsteigen sollte, so muss, im Sinne der Hohenauer Bevölkerung, auch an die zusätzlichen Belastungen, die der Gemeinde dadurch entstehen, gedacht werden.“

Die Pendlerinitiative habe bisher ihre Wünsche formuliert, ohne an mögliche Folgen zu denken. Lärmbelastung der Anrainer an der Zufahrtsstraße, Parkplatzgröße beim Bahnhof und Pflege der Anlage seien hier zu nennen. Diese Probleme sind bestimmt lösbar, viel eher wahrscheinlich als schnellere Zugverbindungen noch Realität werden könnten.