Erstellt am 09. Januar 2017, 08:44

von Michael Pfabigan

Der unterschätzte Kaiser. Historiker Günter Fuhrmann widmete sich dem selig gesprochenen Kaiser Karl.

Seit drei Jahren bereichert Günter Fuhrmann mit seinen geschichtlichen Vorträgen die Zeit um den Jahreswechsel. „Wir haben so die Gelegenheit, viel über unsere Vergangenheit und unsere Kultur zu erfahren“, betonte Dechant Jacob Nwabor in seinen Begrüßungsworten.

Der aus Steinebrunn stammende Historiker Günter Fuhrmann hat das Jubiläum 100 Jahre Thronbesteigung von Kaiser Karl zum Anlass genommen, um über ihn, seine Seligsprechung und auch seine Verbindung zum nördlichen Weinviertel zu sprechen. Der Neudorfer Godfried Marschall war in seiner Kindheit einer seiner Lehrer und Wegbegleiter im Glauben. Der junge Erzherzog war auch der erste Habsburger, der mit dem Schottengymnasium eine öffentliche Schule besuchte und einige Semester an der Universität in Prag studierte.

Zu Drasenhofen gibt es die Verbindung über Kaiser Karls ältesten Sohn Otto von Habsburg der dreimal die Gemeinde Drasenhofen besuchte um am Südmährertreffen in Kleinschweinbarth teilzunehmen.

Kaiser Karl, der letzte österreichische Kaiser ist ein eher unbekannter Monarch, da er ja nur zwei Jahre regiert hat und seine Regierungszeit auch vom Ersten Weltkrieg überschattet wurde. Günter Fuhrmann betonte aber, dass er es verdient, beachtet zu werden, da er der einzige führende Politiker seiner Zeit war, der alles versucht hatte, das Morden des Ersten Weltkrieges zu beenden. Er war auch selbst an der Front und kannte daher die Leiden der kleinen Soldaten, es gelang ihm aber nicht, den ersehnten Frieden zu erreichen.

Er gründete als junger Kaiser auch das erste Sozialministerium der Welt. 1922 starb er mit nur 35 Jahren im Exil auf Madeira. Papst Johannes Paul II sprach ihn 2004 selig. „Nicht weil er Kaiser war, sondern weil er durch sein christliches Leben und sein Engagement für den Frieden ein Vorbild war“, betonte Günter Fuhrmann. Diese vorbildliche Leben ist auch der Grund war sein Gedenktag, der 21. Oktober, nicht der Todestag, sondern der Hochzeitstag mit seiner Frau Zita ist.

Nach dem Vortrag gab es eine Andacht bei der Reliquie des seligen Karl. Dechant Jacob Nwabor, spendete mit der Reliquie, die Station in der Pfarre Drasenhofen machte, den Segen und bat besonders um den Frieden in der Welt.