Drasenhofen

Erstellt am 16. November 2016, 05:00

von Michael Pfabigan

Flüchtlingshelfer sehen Missstände: Betreuung reduziert. Flüchtlingshelfer glauben, dass Firma Flüchtlingsheim aushungern will, die verweist auf geänderte Vorgaben.

Aufregung im Flüchtlingsheim: Heizung fiel immer wieder aus, eine irakische Familie terrorisiert die anderen Flüchtlinge.  |  zVg

Die Zustände seien erschütternd: Tagelang keine Heizung und kein Warmwasser in der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Grenzpolizei-Station an der Grenze, ein Notfall-Handy, das versperrt im Büro der Betreuer liegt und fehlende Mitarbeiter: Flüchtlingshelferin Maria Böck glaubt, dass die Firma SLC Asylcare die Flüchtlingsunterkunft an der Grenze aushungert.

"Tagelang kein heißes Wasser"

„Da wohnen kleine Kinder dort – und dann gibt es tagelang kein warmes Wasser – und keiner kümmert sich darum!“, klagt die engagierte Frau.

Mittlerweile gibt es wieder Warmwasser: „Stimmt, wir hatten da Probleme“, sagt Christian Kogler von der SLC: Zuerst ging das Heizöl aus, als das dann nachgefüllt war, hatte die Heizung Flankerl angesaugt, die die Leitungen verstopften. „Aber es ist nicht so, dass die Heizung tagelang nicht gelaufen ist. Sie ist nur immer wieder ausgefallen. Wir haben dann unseren Techniker hingeschickt, der sich darum gekümmert hat!“, sagt Kogler.

Von 24-Stunden- zur Tagesbetreuung

Warum die Aufregung der freiwilligen Flüchtlingshelfer vor Ort? „Bisher hatten wir eine 24-Stunden-Betreuung“, sagt Kogler. Da jetzt aber weniger als 60 Flüchtlinge in der ehemaligen Grenzpolizeistation wohnen, reduzierte das Land die vorgeschriebene Betreuung auf eine Tagesbetreuung.

Und das eingesperrte Notfall-Handy im Büro? „Frau Böck hatte da eine falsche Telefonnummer“, sagt Kogler. Grundsätzlich werde SLC Asylcare laufend von der Caritas kontrolliert, ob alle Vorgaben eingehalten würden.

Ein zweites Problem werde bald gelöst: Derzeit ist eine irakische Familie in der Unterkunft, die viel Unruhe ins Haus bringen soll, Helfer mit „Hund“, „Du Christ“ oder „Fuck off“ beschimpfen soll und die kleine Tochter vor die Eingangstür urinieren lasse. „Da haben wir schon die Genehmigung, dass wir diese Familie SLC-intern verlegen dürfen“, sagt Regionalleiterin Bianca Bedliwy.