Drasenhofen

Erstellt am 25. Oktober 2016, 09:49

von Michael Pfabigan

Keime im Wasser: „Es ist nix Grausliches!“ . Die Drasenhofner sollen ihr Trinkwasser abkochen: Seit der Erweiterung ihres Wasserleitungsnetzes finden sich Bakterien im Wasser. Die müssen ausgespült werden.

Wöchentlich wird derzeit dasWasser in Drasenhofen getestet. Die KBE-Belastung sinkt von Messung zu Messung.  |  zVg

Seit Ende September sind alle Gemeindebürger von Drasenhofen aufgerufen, ihr Trinkwasser vor dem Genuss vier Minuten lang abzukochen: Bei einer Wasseruntersuchung wurden „koloniebildende Einheiten“ (KBE) gefunden. Die Agentur für Lebensmittelsicherheit riet dem Bürgermeister, die Bürger zu warnen.

„Aber es sind keine Coli-Bakterien“, stellt Bürgermeister Reinhard Künzl klar: „Es ist nix Grausliches!“ Die Gefährlichkeit der KBE sei gering, trotzdem habe man vorsorglich den Kindern im Kindergarten und der Volksschule Mineralwasser zur Verfügung gestellt.

 „Es sind keine Coli-Bakterien. Es ist nix Grausliches!“

Reinhard Künzl, Bürgermeister von Drasenhofen 

Wie kommen die KBE ins Trinkwasser? „Schon bei der Planung der neuen Wasserleitung hat man damit gerechnet, dass wir irgendwann einen KBE-Befall haben werden“, sagt Künzl: Das sei üblich, zumal in Drasenhofen große Streckenlängen neu verlegt und der Druck in manchen Leitungsbereichen erhöht wurde: An die zehn Kilometer Leitungen wurden im letzten Jahr verlegt. Jetzt bekommen alle Ortsteile das Wasser aus dem Klafter-Brunnen und dem Bründläcker-Brunnen - seit sechs Wochen sind die Arbeiten abgeschlossen, ab dieser Woche wird auch die Osmosefilteranlage ihren Dienst aufnehmen und für Wasser mit 15 deutschten Härtegraden sorgen.

„Derzeit messen wir jede Woche die Keimzahl im Wasser. Und sie wird von Messung zu Messung weniger“, sagt der Bürgermeister, der damit rechnet, dass sich die KBE in 14 Tagen aus dem Leitungsnetz ausgespült haben. „Bei Privathaushalten, wo der Durchfluss geringer ist, kann es noch länger dauern.“ Fix ist aber, dass das Wasser aus den Brunnen in Ordnung ist. Das zu hohe Nitrat aus dem Klafterbrunnen wird mit der Osmoseanlage herausgefiltert und der Urangehalt des Bründläcker-Brunnens ist von alleine gesunken und jetzt nur noch die Hälfte des Grenzwertes.

Und dass die Gemeindebürger trotzdem die vollen Gebühren fürs Trinkwasser zahlen, obwohl es als solches nicht zu verwenden ist? Beschwert habe sich noch niemand, sagt der Bürgermeister.