Trotz Umfahrung: Verkehr ist wieder im Ort. Viele Autofahrer nutzen die Ortsumfahrung bei Drasenhofen nicht, eine Ampel könnte Abhilfe schaffen.

Von Werner Kraus. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:59)
Besonders polnische und tschechische Autofahrer nützen nicht die Umfahrung, sondern fahren durch den Ort. Vermutlich möchten sie sich das Überholen von Lastwagen ersparen, womöglich liegt es aber auch an der verwirrenden Beschilderung.
Werner Kraus, Werner Kraus

Der Ort kämpft mit der Verkehrsflut. Das mag viele wundern, gibt es doch die Ortsumfahrung. Viele polnische und tschechische Autofahrer machen von dieser allerdings keinen Gebrauch.

Beobachtern zufolge ist das Verkehrsaufkommen gewaltig: Die Kolonne der Urlaubsreisenden und des Arbeitspendlerverkehrs an den Wochenenden ziehe sich bis tief in die Nacht hinein.

Durchfahrtsverbot als Lösung?

„Ich habe mich gefreut, als wir die Umfahrung bekommen haben und jetzt haben wir wieder den Verkehr im Ort“, sagt ein Drasenhofer. Er vermutet, dass es in tschechischen und polnischen Foren den Tipp gibt, die Ortsdurchfahrt zu gebrauchen, um die Lastwagen auf der einspurigen Umfahrung zu überholen. Der Drasenhofer fragt sich, ob temporäre Durchfahrtsverbote eine Lösung wären.

Auch Bürgermeister Horst Frank ist intensiv mit dem Problem beschäftigt: In der Vorwoche gab es auf der Bezirkshauptmannschaft ein Gespräch mit dem Verkehrsreferenten und mit der Asfinag. „Es gibt verschiedenste Vorschläge, die auch vom Ort erarbeitet wurden und die als Diskussionsgrundlage für die Expertengespräche dienen“, betont Frank.

Der Bürgermeister nennt Bernhard Strobl von der Bezirkshauptmannschaft als kompetenten Ansprechpartner und Unterstützer einer Lösungsfindung. Derzeit wird überlegt, die Ampel so zu schalten, dass der Verkehr auf der Durchzugsstraße gebremst wird.

Lenker oft mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs

Der Verdacht, dass viele Autofahrer die Ortsdurchfahrt zum Überholen nutzen, hat sich für viele erhärtet, da die Lenker oft mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien. Bei baulichen Maßnahmen oder Sanierungsarbeiten auf der Umfahrungsstraße wird zudem immer eine Fahrspur gesperrt und der gesamte Verkehr durch den Ort geführt. Am Mittwoch stehen daher weitere Gespräche der Verantwortlichen an.

Bürgermeister Frank freut sich, dass bei den Umbauarbeiten der beiden Kreisverkehre überlegt wird, wie der Verkehr trotzdem über die Umfahrungstrasse geführt werden kann. Bisher war die Umfahrung durch derartige Maßnahmen bereits 90 Tage gesperrt. Für die Beseitigung der Hangrutschungen sind wieder fünf Wochen eingeplant. „Der Unmut der Bevölkerung ist bereits sehr groß“, weiß der Bürgermeister.

Beim Lokalaugenschein der NÖN zeigte sich Samstag ein interessantes Bild: Obwohl am Vormittag nur geringer Lastwagenverkehr zu beobachten war, sind gut 90 Prozent der Polen und Tschechen durch den Ort und nicht auf der Umfahrung gefahren.

Anzumerken ist, dass Rasen dabei kein Thema war. Ein Problem könnte verwirrende Beschilderung sein: Im Kreisverkehr steht, vor der Abbiegung in den Ort, eine große Tafel mit der Aufschrift „Brno“. Es ist allerdings nicht eindeutig ersichtlich, ob es sich hier um die Einfahrt in den Ort oder um die nächste Ausfahrt auf die Umfahrung handelt.