Aufregung um Lehrerin nach Corona-Demo. MNS-kritische Frau aus dem Bezirk Mistelbach postete Bild von Demo ohne Mundschutz.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 26. Januar 2021 (18:26)
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Für Irritationen bei Eltern sorgt eine Volksschullehrerin: Die Dame wird immer wieder beim Einkaufen ohne Mund-Nasen-Schutz gesehen, soll anfangs im Unterricht nur widerwillig diesen getragen haben und postete kürzlich ein Bild von sich bei einer Demo der Coronamaßnahmen-Gegner-Demo – ohne Mund-Nasen-Schutz und Abstand zu anderen Personen. „Die Eltern sind in Aufruhr“, berichtet ein erboster Großvater gegenüber der NÖN.

„Meine Sorge gilt der Wahrung der in unserer Bundesverfassung verankerten Gesetze und Menschenrechte“, betont die Lehrerin auf NÖN-Anfrage. Sie erwarte sich von der Regierung, dass sie so handle, dass die Grundrechte außer Gefahr seien. Da auch ein entsprechender Brief an den Bundespräsidenten bislang nicht beantwortet wurde, sei der Demo-Besuch am 16. Jänner die Möglichkeit gewesen, „mit Herz, voll Vertrauen, Zuversicht und Liebe für diese mir so wichtigen Grundgesetze“ einzutreten, wie sie betont.

„Meine Sorge gilt der Wahrung der in unserer Bundesverfassung verankerten Gesetze und Menschenrechte!“ Eine Volksschullehrerin besuchte die Demo der Coronamaßnahmen-Gegner und postete ein Bild davon.

Und: Sie nahm die Demo anders wahr, als in den Medien dargestellt: „Da wir uns sehr über eine Berichterstattung wunderten, die mit dem, was wir erlebten, nicht übereinstimmte, zeigte ich mit dem Foto in meinen WhatsApp-Status, dass diese Demo von friedliebenden Menschen besucht wurde, die für unsere Grundrechte eintreten“, sagt die Lehrerin. Statt eines Mundschutzes habe sei einen dicken Schal getragen, den sie größtenteils über Mund und Nase hatte: „Obwohl mehr als genug Abstand gegeben war und wir ja im Freien unterwegs waren.“

Nur für das Foto habe sie das Gesicht frei gemacht: „Damit wir ein schönes Erinnerungsbild an diesen großartigen Tag haben“, so die Lehrerin. Nachsatz: „In der Schule nehme ich die Verordnungen zur Kenntnis und befolge sie von Anfang an, auch wenn ich sie in meinem Privatleben zum Teil kritisch sehe.“ Aber sie trage die Maske auch beim Einkaufen, betont sie.

Zum konkreten Fall kann Bildungsmanagerin Brigitte Ribisch aus datenschutzrechtlichen Gründen nichts sagen: „Aber alle Lehrerkräfte in meinem Aufsichtsbereich tragen Masken. Sonst hätte das disziplinarrechtliche Folgen.“ Der Besuch eine Demonstration sei das gute Recht der Lehrerin, solange nicht dem Ansehen des Berufsstandes geschadet werde, das könne und wolle man auch nicht verbieten.

„Wenn Menschen in der Öffentlichkeit keinen MNS tragen, dann ist es auch Aufgabe der Zivilgesellschaft, einzuschreiten“, findet Ribisch.