Erstellt am 12. Januar 2017, 04:00

von Josef Christelli

Straßenmeisterei schickte die Feuerwehr heim. Feuerwehren wollten eine Ölspur auf der B 40 binden, Straßenmeisterei verhinderte das: „Ihr macht es schlimmer!“

Die Feuerwehrmänner aus Eggersdorf und Herrnleis wollten die dicke Ölspur entfernen, wurden aber heimgeschickt. Zum Glück passierte dort bisher kein Unfall: Christian Schieh, Roman Gail, Michael Reiskopf, Manfred Gail, Petra Kraft und Andreas Nekam am NÖN-Foto.  |  Josef Christelli

Eine Ölspur erregte die Gemüter: Der Streckendienst der Straßenmeisterei Mistelbach schickte die Feuerwehr nach Hause, als sie das Öl binden wollte.

Öldruckschlauch platzte

Ein Landwirt fuhr mit seinem Traktor von Herrnleis nach Ladendorf, schon zu Beginn der Fahrt platzte ihm ein Öldruckschlauch an seinem Gefährt, er merkte es nicht. Sein Traktor hinterließ eine dicke Ölspur auf der Bundesstraße. Als er den Schaden dann doch merkte, rief er die Straßenmeisterei in Mistelbach an, um sein Malheur zu melden. Zwei Mal kam er nur aufs Tonband.

Daraufhin informierte er die Polizei in Ladendorf und die Feuerwehr, und bat um Hilfe. Die FF Herrnleis rückte mit Ölbindemittel aus, auf der Höhe von Eggersdorf übernahm die dortige Wehr die Arbeiten.

"Macht alles nur noch schlimmer"

Dann kam der Streckendienst am Einsatzort an und stellte die Arbeiten kurzerhand ein: „Ihr macht alles nur noch schlimmer mit dem Ölbindemittel“, soll ein Straßenarbeiter gesagt haben. Daraufhin verlangte ein Feuerwehrmann, dass wenigstens gestreut werden solle, weil die Fahrbahn mittlerweile einen rund 80 Zentimeter breiten Ölstreifen aufgewiesen hatte und erst zum Jahresanfang dort eine Unfalltote zu beklagen war. Nach einem Wortgefecht rückten die Feuerwehren inklusive der nachalarmierten FF Ladendorf ein.

Verantwortlich ist der Straßenerhalter

Die Straßenmeisterei übernahm die Verantwortung. Die Florianis fürchteten, dass im Falle eines Unfalls ihnen die Schuld zugeschoben wird und so wurde FF-Bezirkskommandantstellvertreter Markus Schuster kontaktiert. Dieser trug zur Aufklärung bei: „Auf Verkehrsflächen, insbesondere auf Bundesstraßen, ist generell der Straßenerhalter zuständig“, so Schuster:

„Aber besteht Gefahr in Verzug, so muss natürlich die Feuerwehr eingreifen und geeignete Absicherungs- und Erstmaßnahmen treffen.“ Für die Freigabe der Verkehrswege bzw. das Aufstellen von Warntafeln sei auf jeden Fall der Straßenerhalter zuständig, weil es da auch um die Haftung gehe.

Eggersdorfs FF-Boss Michael Reiskopf hat den Einsatz abgehakt: „Die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen hat wirklich super funktioniert“, so der Einsatzleiter.

"Intern besprochen und geklärt"

Straßenmeister Markus Doppler wurde von dem Vorfall informiert. Er weiß, dass es oft vorkommt, dass aufgrund eines Anrufers die gesamte Maschinerie eingesetzt werden soll: „Intern haben wir das besprochen und geklärt“, so der Boss der Straßenmeisterei Mistelbach, die gehandelt hat: An der betroffenen Strecke wurden mehrere Warntafeln „Achtung Ölspur“ aufgestellt, um Autofahrer auf die kilometerlange Gefahrenquelle aufmerksam zu machen.