Erstellt am 28. Februar 2012, 00:00

Ehrenring des Landes: Da flossen die Tränen. ABSCHIED / Edmund Freibauer verlässt die politische Bühne und gibt die Landesobmannschaft des Seniorenbundes ab.

Schlüsselübergabe: Edmund Freibauer überreichte den Schlüssel für die Büros des Seniorenbundes in St. Pölten an Nachfolger Herbert Nowohradsky.PFABIGAN  |  NOEN
MISTELBACH /  Selbst ein politisch ausgefuxter Profi kann noch überrascht werden: Nachdem Edmund Freibauer seine Funktion als Landesobmann des Seniorenbundes an den Bürgermeister von Palterndorf-Dobermannsdorf Herbert Nowohradsky abgegeben hatte - es war seine letzte politische Funktion - musste er sich die Tränen verkneifen, als ihm Landeshauptmann Erwin Pröll den Ehrenring des Landes NÖ überreichte. „Damit hab ich nicht gerechnet!“, freute sich Freibauer.


Edmund Freibauer, Alt-Bürgermeister der Stadt Mistelbach, war für etwas mehr als 15 Jahre Obmann der NÖ Senioren. Seinen Einsatz dankten ihm die Delegierten des Landesseniorentages im Mistelbacher Stadtsaal indem sie ihm die Ehrenobmannschaft verliehen: „Ich hab ja eine Stimme weniger, du hast alle Stimmen bekommen!“, lachte Neo-Seniorenbundobmann Herbert Nowohradsky.

„Was Freibauer auszeichnet, ist seine Disziplin und seine Verlässlichkeit“, ehrte auch Bezirks-ÖVP-Obmann Karl Wilfing seinen Vorgänger als Bezirksparteiobmann: „Wer Freibauer kennt, weiß, dass er jedes Schicksal derer, die zu seinen wöchentlichen Sprechtagen kamen, verfolgt hat!“ „So einen Funktionär kann man nur suchen, ihm war nichts zu minder!“, attestierte auch Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka: „Er hat sich um die Personalvertretung der Lehrer genauso gekümmert, wie um die kleinen Anliegen der Bürger!“ Und das habe sich nicht geändert: „Es gibt kein Treffen, wo er nicht eine Intervention im Tascherl hätte!“

Landeshauptmann Erwin Pröll hob die Gradlinigkeit in der Karriere von Edmund Freibauer hervor: Gemeinderat, Bürgermeister, Landtagsabgeordneter, Klubobmann, Landesrat, Landtagspräsident, Landesseniorenobmann. Das Erfolgsrezept Freibauers? Seine Herkunft, seine Jugend in der schwierigen Nachkriegszeit: „Aus Herkunft, Charakter und Interessen wurden Beruf und Berufung!“ Solche Menschen würde die Politik heute mehr denn je brauchen: „Wir leben in einer Zeit, in der die Politik in Verruf geraten ist. Ich hab den Eindruck, dass wir uns selbst zum Herrgott hochstilisieren!“ Manche in der Politik könnten nicht mehr zwischen Mein und Dein unterscheiden: „Manche wurden in der Politik hochgeschwemmt, sie nehmen sich selber wichtiger, als die, die sie vertreten sollten!“, analysierte Pröll.

Am Rande des Landesseniorentages bestellte Neo-Obmann Herbert Nowohradsky auch zwei neue Geschäftsführer für den Seniorenbund: Es wurden dies der Altruppersdorfer Herbert Bauer und der Gänserndorfer Walter Hansy.