Mordalarm: Verdächtiger stellte sich der Polizei. Großalarm in Weinviertel: In Eibesthal, einer Ortsgemeinde der Bezirkshauptstadt Mistelbach, sind am Sonntagnachmittag eine 29-Jährige und ein vier Jahre altes Mädchen erschossen in einem Pkw auf einem Feldweg bei einem Windschutzgürtel aufgefunden worden. Es handelt sich um Mutter und Tochter. Der gesuchte Ex-Partner der Frau hat sich am Abend auf der Polizeiinspektion Horn gestellt. Seine Einvernahme dauert an.

Von Michael Pfabigan und Thomas Schindler. Update am 28. März 2021 (21:38)

Das Landeskriminalamt Niederösterreich ermittle in alle Richtungen, ein Gewaltverbrechen könne nicht ausgeschlossen werden, sagt Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner. Das Auto, in dem Mutter und Tochter von einem Jäger aufgefunden wurden, stand auf einem Feldweg in einem Windschutzgürtel. Die Frau und das Mädchen wiesen Schussverletzungen auf. Eine Waffe wurde bisher nicht gefunden.

Die Frau und ihre Tochter hatten in Neusiedl an der Zaya (Bezirk Gänserndorf) gewohnt. Der Mann ist seit der Trennung in Mistelbach zu Hause.

Nach dem Ex-Partner der Frau, der auch der Vater des Kindes sein soll, war intensiv gesucht worden, ein Kommando der Cobra brach seine Wohnung auf, nur um festzustellen, dass er nicht dort war. Die Handydaten des Gesuchten deuteten allerdings darauf hin, dass er sich im Raum Horn aufhalten soll – was sich später auch bestätigte.

Ob der Mann im Zusammenhang mit einem möglichen Gewaltverbrechen steht, war jedoch nicht klar. Jedenfalls sollte er im Rahmen der Erhebungen im Umfeld der Toten befragt werden, betonte der Polizeisprecher. Gestellt hat sich der Ex-Partner der 29-Jährigen offensichtlich aufgrund des Fahndungsdrucks, glaubt man bei der Polizei.

Erschüttert über die Bluttat zeigt sich auch Neusiedls Bürgermeister Andreas Keller. Er kannte bzw. kennt die Beteiligten. „Ich war mit allen gut. Man hat sich auf der Straße gesehen und gegrüßt“, erinnert sich der Ortschef im NÖN-Gespräch. Näheren Kontakt habe es keinen gegeben. Alle sind in Neusiedl geboren. Teilweise wohnen auch Familienangehörige des einstigen Paars im Ort. Wie hat Keller von der Tragödie erfahren? „Durch einen Anruf. Ich musste mit der Feuerwehr die Haustür der Verstorbenen verschließen, nachdem die Wohnung von der Polizei durchsucht worden war.“ Warum es zu diesem Drama kam, kann sich der Bürgermeister nicht erklären: „Es waren alles nette Leute.“