Kellergassen-Kapelle: Ein Zufluchtsort für „Köllamauna“. Robert Oswald baute Keller-Kapelle für Presshausbesitzer und Mitmenschen.

Von Elisabeth Vyvadil. Erstellt am 11. November 2018 (04:00)
Emilie Madner, Robert Oswald, Agnes Schöfmann und Christian Wiesinger, der beim Kolomani-Kellerfest das kleine Gotteshaus segnete, welches jederzeit zu besuchen und durch ein Gittertor zu besichtigen ist.
E. Vyvadil

„Das wird jetzt eine Kapelle“, sagte sich Robert Oswald, als er im September vor einem seiner beiden Keller in der Kellergasse stand. Die Sanierung dieser begann vor zwei Jahren, nun kam der Einfall zu mehr: „Schade drum, wenn die vormals kaputte Kellerröhre als Rumpelkammer endet.“

Als er in seinem Besitz Gitter-Tore fand, nahmen die Ideen weitere Formen an. Um die Pläne umsetzen zu können, brauchte Oswald tatkräftige Unterstützung. Da etliche engagierte Leute umliegende Presshäuser herrichteten und wiederbelebten, wandte er sich an diese und bekam bei der Kapellen-Errichtung Hilfe von den „Köllamaunan“. Vier Wochen werkte man am Keller, ein Turm samt Kreuz und Glocke kam dazu. Letztlich sollte auch der für die Gegend bekannte Heilige Koloman Platz finden: Weil eine Figur von diesem bis jetzt noch nicht gefunden wurde, steht zurzeit dort eine Nepomuk-Statue.

„Da es im Ort kein Wirtshaus mehr gibt, ist die Kellergasse ein schöner Treffpunkt für Zusammenkünfte und Geselligkeit geworden“, so Oswald, der damit diesen Sinn unterstreichen will: „Die Kapelle ist öffentlich zugänglich, jeder kann hingehen. Die Menschen sollen einen Zufluchtsort zum Hinsetzen und Nachdenken haben.“ Aber nicht nur für Zeiten innerer Einkehr, sondern auch für die Kolomani-Kellerfeste soll diese da sein.